"Die Angst wird als solche oft gar nicht erkannt. Wir merken nicht, dass hinter einer seelischen Lähmung, einer bleiernen Mattigkeit, hinter hektischer Betriebsamkeit und plötzlich einschießender Ungeduld, hinter Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung die Angst lauert. Leicht führen wir das Gefühl der Enge auf äußere Umstände zurück und führen Spiegelgefechte mit diesen." [1]

Dementsprechend wird während einer Massage häufig von beruflichem als auch privatem Außen-Druck erzählt.

Aber: "Oft erleben wir Angst fälschlicherweise als Beengung von außen statt von innen. Dann flüchten wir zu Unrecht und empfinden das, wovor wir die Flucht ergriffen haben, als fremden Druck von außen. Wir rennen zum Beispiel in einem Moment intensiver Begegnung vor der Hingabe fort und fühlen uns gerade von dem Menschen, zu dem hin es uns soeben noch gedrängt, unter Druck gesetzt. Menschen, die unter solchen spürunbewußten Fluchtbewegungen leiden, sind daran zu erkennen, dass sie regelmäßig erzählen, was andere von ihnen wollen und fordern, oder wofür andere sie kritisieren. Die Opferattitüde ist die Erkennungsmarke ihrer Angst." [1]

 

 

Dementsprechend wichtig ist GEWEBS-BEFUNDUNG, näherhin ob sich GEWEBS-VERSTEINERUNG (nicht nur der Kopf-Rückseite, auch zu den Beinen hinunter ...) zeigt ... 

(also das gewebsmäßige Korrelat von Angst vor Nähe, Trennung, Ansehens-Verlust, Schicksalsschlag, (Sport-)Gegner, ..., Tod)

 

Wenn dies nicht durch ein feststellendes Verfahren, sondern in berührender Palpation erfolgt ...

Häufig bleibt es aber dieser Angst-Lockerung.

Das mag im ReTreat ausreichend sein, aber nicht im Alltag.

 

dafür brauchen wir auf die Bewältigung konkreter Gefahr 

ausgerichtete  

  Furcht.  

 

also z.B. vor einem Angst-Gegner nicht von 'vorne herein' zittrige Knie zu bekommen, ihn aber in seiner Mächtigkeit auch nicht 'klein-Reden' ('kocht auch nur mit Wasser'), sondern eben SITUATIONS-ADÄQUAT (z.B. auch des Gegners "schwachstellen" zu entdecken ...) leiblich handeln zu können ...

 

SYMBALLESTHAI-Behandlung zielt also auf den Wandel der Angst ab -

                                                                                                                und zwar zu Furcht*

ein weiteres Beispiel dazu: STATT hypochondrisch in ÄNGSTLICHKEIT, die KREBS immer und überall vermuten (und dementsprechend entw. starr vor Angst nicht zum Arzt gehen oder flüchtend vor ihm davonlaufen) lässt, SOLLTE    -AUF DER BASIS OSSÄRER ACHTSAMKEIT- FURCHT entwickelt werden, die konkrete Krebsphänomene wahrnimmt !

Wie wichtig die Wandlung von Angst zu Furcht ist, lässt sich auch am Vergleich von deren jeweils unterschiedlicher Wirkung erschließen:

Konkret erkennbar z.B. im  Vergleich der Elfer-Situationen im Spanien- und im Dänemark-Spiel der österr. Damen-Nationalmannschaft bei der Europa-Meisterschaft 2017:  anhand des Vergleichs der eu-stressigen Stimmung, die beim Elfer-Erfolg im Spanien-Spiel beobachtbar war, mit dem Distress bereits beim Elfer in der ersten Halbzeit des Dänemark-Spiels, der mit dem Misserfolg beim Elferschießen korrelierte, zeigt sich wie wichtig es ist, nicht vor Angst zu erstarrensondern den Gegner zu fürchten (d.h. : ein realistisches Einschätzen der Potenz des Gegners [im konkreten Fall: der Torfrau der Däninnen], das aber nicht ängstigt, sondern einerseits fürchten lässt, dass bzw. wie die gegnerische Torfrau den Ball hält und andererseits Strategien entstehen lässt, wie man mit der Gefährlichkeit des Gegners  umgeht ...) 

 

Freilich reicht dieser "Wille zur Macht" nicht aus.

Vielmehr braucht es für die Wandlung der Angst zur Furcht Sakral-Potenz. 

Dass sie erforderlich ist, ergibt sich, wenn das Doppelgesicht der Angst erkannt wird: "Angst löst sich auf, wenn wir das Beängstigende und Ersehnte als das anerkennen, was es ist, nämlich das in die Tat drängende Leben" [1]

 

Wie aber wird es möglich, sich für das glz. Beängstigend-Ersehnte, also das Mysterium tremendum et fascinosum (R. Otto), zu öffnen ?

Als These wird formuliert:DAS POTENTIAL FÜR DIESEN WANDLUNGSVORGANG KOMMT AUS IN SAKRAL-EKSTASE BEKOMMBARER OSSÄRER ACHTSAMKEIT. 

 

 

 

 

 

* Zur Unterscheidung von Angst und Furcht :

Der als Wagnisforscher durch seine empirischen Studien zur Mentalität von Grenzgängern und Extremsportlern ... hervorgetretene "Siegbert A. Warwitz (3)  UNTERSCHEIDET DIE KONKRETE FURCHT [lateinisch timor] VON DEM BEGRIFF DER ABSTRAKTEN, DIFFUSEN ANGST, sowie von Panik oder Phobie. 

Furcht verfüge über einen innerweltlich erfassbaren Gegenstand, sei meist rational begründbar und auf ein Konkretum gerichtet, das als reale Bedrohung wahrgenommen werde. Sie werde deshalb auch als "Realangst" bezeichnet. Angst hingegen sei ein ungerichteter Gefühlszustand, der als Gestimmtheit die Welterschließung im Ganzen betreffe." (4) 

[1] Schellenbaum Peter, Aggression zwischen Liebenden. Ergriffenheit und Abwehr in der erotischen Erfahrung, Hoffmann und Campe 1994, 16 bzw. 17

[2] Art. "Knochenumbau" in wikipedia, Abfr. 8.2.18

[3] Warwitz, Siegbert A., Die Funktion von Angst und Furcht. In: Ders.: Sinnsuche im Wagnis. Leben in wachsenden Ringen. Erklärungsmodelle für grenzüberschreitendes Verhalten. 2. erw. Aufl., Verlag Schneider, Baltmannsweiler 2016, ISBN 978-3-8340-1620-1, S. 32–39

[4] Art. "Furcht" in wikipedia; Abfr. 10.2.17