SYMBALLESTHAI-Behandlung wird in Form von RITUALEN ausgeführt.

 

Näherhin heißt das, dass die üblichen Massage-Techniken wie Klassische-, Segment-, Fußreflexzonen-Massage sowie Manuelle Lymphdrainage und v.a. Akupunkt-Meridian-Massage so gestaltet werden, dass sie

 

Rituelle Reinigung/Purificatio, Sakrale Ekstase und Anastatische Recreatio ermöglichen.

 

Aber: "Rituale scheinen Torheit zu sein, Zeitverschwendung im Vergleich zu einem effizienten Tun. Dieser Schein trügt. Nehmen wir einen Sportler kurz vor dem entscheidenden Sprung oder entscheidenden Spiel unter die Lupe. Er führt ein seltsames Ritual aus: sich wiederholende Bewegungen, die zum Teil in die bevorstehenden Bewegungsabläufe einspielen, zum Teil aber wie unnütze Ticks wirken. Sobald wir auf die Energiebewegungen achten, die in letzteren zum Ausdruck kommen, verstehen wir ihren Sinn: sie dienen der Steigerung des Tonus und der Sammlung aller Kräfte für die bevorstehende Leistung." (1)

 

"Riten sind ... schon von ihrem vormenschlichen Ursprung her Befreiungs- und Überbrückungshandlungen. Sie treten dort auf, wo das Lebenwesen im Vollzug seiner artgemäßen Handlungsabläufe in eine Schwierigkeit hineinkommt und unsicher wird. Alois Hahn sieht vom Soziologischen her die zentrale und und ursprüngliche Funktion des Ritus auch im menschlichen Bereich in der 'Überbrückung einer Handlungshemmung'. So spricht er z.B. im Zusammenhang mit Grußzeremonien von einem 'Loch im Handlungsstrom', das es mit Hilfe kultureller Ritualisierungen, wie etwa dem Lüften des Hutes, das Friedfertigkeit anzeigt, zu überwinden gilt.(7)"(8) 

 

Auch so wird verständlich, dass Sedmak in Ritualen "Weisen der Welterzeugung" (12) sieht. 

In Analogie dazu wird man sagen können, dass im

SYMBALLESTHAI-SALBUNGS-RITUAL

eine WEISE DER LEIB-ERZEUGUNG vorliegt.

Dass dies allerdings nicht konstruktivistisch missverstanden werden sollte, kann der Hinweis auf die Etymologie von Ritus für das "recht Gezählte", für "Angemessenes" deutlich machen.(13) Das heißt, dass etwa die Bestimmungen des Ostertermins "ritualis" sein sollten: die Feier auf Erden sollte den himmlischen (Mond-)Vorgängen 'angemessen', also 'recht gezählt' sein.

Insoferne wir uns aber kaum mehr um eine Mikro-Makro-Kosmos-Relation bemühen stellt sich die Frage nach der  Orientierung der Weise der Leib-Erzeugung ...

Aber nehmen wir an, dass es Leit-Vorstellungen, Ideale, Werte gibt, denen wir entsprechen wollen - es aber "nicht zusammenbringen" ...

 

 

HEILS-*RitualE ...

SIND demnach v.a. dann ERFORDERLICH, WENN DER VORSATZ ZU WÜNSCHENSWERTEM ZU KOMMEN ALLEIN NICHT REICHT  (SO IST Z.B. "DER RATSCHLAG, DAS GEWICHT ZU REDUZIEREN, ... SIMPEL, BILLIG, ALLERDINGS SEHR SCHWER IN DIE TAT UMZUSETZEN.") (10)

Das weiß auch jeder Coach, der seinen Spielern verbal mitteilt (6), wie sie spielen sollen: dessen Anweisungen mögen durchaus richtig und zutreffend sein - erreicht wird aber nur der Kopf - und eben nicht das Potential leiblicher Ganzheit. (11)

Entscheidend dafür ist, dass den Worten des Trainers Glaubhaftigkeit zukommt ... 

Und dies ist dann der Fall, wenn die Mannschaft darauf vertrauen kann, dass der Coach in seinen Wort-Handlungen das Überbrückungs-Ritual der oben genannten "Handlungshemmung" praktiziert ...

 

DAFÜR IST ES ZUMINDEST SEHR HILFREICH IN FORMALER HINSICHT  KENNENZULERNEN, DASS IN DEN ABRAHAMITISCHEN RELIGIONEN,

ABER AUCH IN FRÜHEREN KULTEN 

MEHR-STUFIGE BZW. MEHR-PHASIGE HEILSWEGE "ANGELEGT"  WURDEN (4)

 

(Siehe z.B. die kultischen Vollzüge am Rundtempel der griechischen Antike; dann den Kult des Asklepios in Epidauros; in der frühchristlichen Taufe im Ein- und Auftauchen bzw. im Verweilen am Boden der  Tauf-Becken; sowie im Mandala [Sanskrit: „Kreis“;  ein Mandala i. ursprgl. Sinn des Wortes ist kreisrund und stets auf einen Mittelpunkt orientiert], das einen 'Feuer'-, 'Diamant'- und 'Sumpf'-Kreis kennt, sowie in Bildern Hildegards von Bingen, etc.)

 

 

DIESE HEILS-RITUALE KÖNNTEN IHRE ARCHETYPIK AUS DEM GEBURTSERLEBEN BEKOMMEN HABEN:  "Den Arbeiten von Grofs und Richard Tarnas ist es zu verdanken, dass -biochronologisch- auf den wahrscheinlich ersten Archetypen aufmerksam gemacht wurde, auf die leibliche Geburt, die -ohne dass wir es wissen- existenzprägend das Programm unseres Großhirns beeinflusst ... (In psychoanalytischen Sitzungen) kamen Erlebnismuster zum Vorschein, die sich in ihrer Abfolge -wenn auch in verschlüsselter Weise- bei allen Probanden ähnelten: Aus einer anfänglichen ozeanischen Einheit mit der Mutter, geborgen in ihrem Inneren, führt der Prozeß zu einer plötzlichen Trennung, die mit einem extrem intensiv erlebten Kampf um Leben und Tod einherging. Dieses Urerlebnis schloss ein starkes Vernichtungsgefühl in sich: ein Laufen im Tunnel, voller Angst, das Ende des Tunnels nicht mehr zu erreichen und ersticken zu müssen ... . Meist folgte auf diesen vernichtenden Akt schlagartig eine Erlösung. Eine plötzliche unerwartete und alles durchdringende Befreiung, die in ihrem triumphalen Gefühl des Überlebens im ursprünglichen ozeanischen Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit im Schoße der Mutter erinnerte, bevor der Überlebenskampf begann. ... Diese perinatale Erlebnissequenz stellt den obersten Archetyp dar, der im bereits lernfähigen Gehirn des eben geborenen Kindes imprägniert bleibt und jenes Lebens- und Erkenntnisprogramm darstellt, das stets im Hintergrund laufen wird, egal was der eben geborene Mensch später denkt und tut. Der Geburtsvorgang bleibt als Dialektik dem menschlichen Bewusstsein erhalten ..." (2) 

       

Vielleicht -und wohl auch: hoffentlich- greifen wir -v.a. wenn wir uns in schwierigen Situationen befinden- auf den Geburtsarchetypus zurück bzw. wollen -insoferne es bei der Geburt schlussendlich gut 'lief'- eine Wiederholung der perinatalen Erlebnissequenz.

Dass 'es gut lief' hatten wir aber nur teils 'in der Hand'. Dementsprechend ist klar, "dass die sogenannten Übergangsriten -rites de passage-, die den Wechsel vom Nichtsein zum Sein in Schwangerschaft und Geburt, vom Kindsein zum Erwachsenenleben in den Initiationsriten, vom Alleinleben zur Gründung einer Familie in den Heiratszeremonien, vom Leben zum Totsein in den Bestattungsriten begleiten, Handlungen sind, in denen der Mensch die Angst und Unsicherheit vor dem Neuen, das auf ihn zukommt, kultisch zu überbrücken sucht." (9)

 

 

Um in diesen Situationen der Angst und Unsicherheit vor dem Neuen nicht zu erstarren und unterzugehen, mag es hilfreich erscheinen, sich durch göttlichen Beistand begnaden, talentieren zu lassen - u.a durch "Salbung [als] ein seit der Zeit der altorientalischen Reiche belegtes religiöses Ritual", das  dreifach orientiert ist als Ritual "der HEILUNG, der HEILIGUNG sowie der ÜBERTRAGUNG und LEGITIMATION POLITISCHER MACHT " (3)

 

Obige Beobachtungen und Hypothesen aufgreifend wurden -

da SYMBALLESTHAI-MASSAGE  vorgesehen ist für Menschen,

die ihre leiblichen Potentiale entfalten bzw. entfaltet bekommen wollen,

die üblichen MASSAGE-FORMEN der KLASSISCHEN-, der SEGMENT-, der FUSSREFLEXZONEN-, der AKUPUNKT-MERIDIAN-MASSAGE sowie der MANUELLEN LYMPHDRAINAGE so strukturiert, dass sie

 

 in den Phasen PURIFICATIO, EKSTASE, ANASTASE

so disponieren, das sich wirklichkeits-taugliche/-gestaltende LEIB-Qualität ergibt:

 

Demnach kann formuliert werden: 

SYMBALLESTHAI-MASSAGE ERFOLGT ALS (RITUELLE) SALBUNG IN DREI PHASEN(5):

 

 

# GANZHEITLICHE REINIGUNG/PURIFICATIO LEIBLICHER REGUNGEN ...

„Muss ich denn sterben, um zu leben?“ 

(Falco, Out of the Dark)

DIE SICH ZEIGEN ALS

GEWEBS-VER- ...

- HÄRTUNG BEI ÄNGSTLICHKEIT

- KLEBUNG BEI SCHAMHAFTIGKEIT

- KÜMMERUNG BEI (BRING-)SCHULD

- KRAMPFUNG BEI ISOLATIONISMUS

- QUELLUNG BEI ILLUSIONISMUS

- SPANNUNG BEI ERFOLGSDRUCK

 


# LEIBLICHE RECREATIO IN SAKRALER EKSTASE

 

"Wenn wir wirklich

im gegenwärtigen Augenblick leben,

verschwinden unsere Sorgen und Nöte,

und wir entdecken das Leben

mit all seinen Wundern."

(Thich Nhât Hanh)

 

Für dieses "Leben im Hier und Jetzt" erfolgt im Rahmen der Symballesthai-Massage die

TALENTIERUNG MIT FOLGENDEN SALUTOGENEN RESSOURCEN :

 

OSSÄRE ACHTSAMKEIT

VASALE RESILIENZ

MUSKULÄRE AUTHENTIZITÄT

DERMALE SOPHROSYNE

SYNDEKTISCHE GELASSENHEIT

SANGUINALE HERZLICHKEIT


 

 

# LEIBLICHE  PERFORMANCE/PERFORMATIO IN ANASTASE

             

         in GEWEBS -

 

FLEXIBLER FURCHT

ELASTISCHER IMMUNITÄT

KRÄFTIGER EFFEKTIVITÄT

ENTFALTETER KOMMUNIKATIVÄT

STARKER INTEGRITÄT

EROTISCHER E.MOTIONALITÄT

 

 

"Du musst nicht kämpfen,

                       um zu siegen"

                             (Bernhard Moestl)


(1) Schellenbaum Peter, Nimm deine Couch und geh ! Heilung mit Spontanritualen, München 1994, 60-61.

Freilich steht die Schellenbaum'sche Bestimmung von "Ritual" in Spannung zu der These von Thomas Luckmann, (Phänomenologische Überlegungen zu Ritual und Symbol, 11, in: Rituale. Zugänge zu einem Phänomen, hrsg. v. Florian Uhl und Artur R. Boelderl, Parerga Verlag, Düsseldorf und Bonn 1999, 11-28), "dass die Grenzen der lebensweltlichen Erfahrung mit Hilfe von 'Symbolen' überschritten werden und dass Riten die Handlungsformen von Symbolen sind."

Insoferne als ich mich nicht am Substantiv "Symbol", sondern an symballesthai, also am Verb orientiere, liegt mir der Schellenbaum'sche Ansatz näher.

Von dieser Geschehens-Orientierung her wäre zu vermuten, dass der Ansatz von Clemens Sedmak, Rituale: Weisen der Welterzeugung (in: Rituale. Zugänge zu einem Phänomen, hrsg. v. Florian Uhl und Artur R. Boelderl, Parerga Verlag, Düsseldorf und Bonn 1999, 43-62) eher entspricht. Allerdings wird "symballesthai" nicht nur (sozial-)anthropologisch, sondern wesentlich Offenbarungs-theologisch verstanden.

(2) Huber Johannes, Geheimakte Leben, Frankfurt/Main 2000, 123-124; 127

(3) Art.  "Salbung" wikipedia Abfr. 1.12.18

(4) "Die Ausdrücke "Ritual" und "Ritus" stammen von dem lateinischen Wort "ritus" ab, das so viel wie "Sitte, Gebrauch" meint und vor allem in der Juristen- und in der Sakralsprache verwendet worden ist. Eine Handlung "rite" zu vollziehen meint demnach sie in der festgelegten Form auszuführen. ... Die etymologischen Wurzeln dieses Wortes sind nicht vollständig geklärt, es werden zwei Möglichkeiten in Betracht gezogen, die Ableitung vom Sanskritwort, das soviel bedeutet wie "die auf Gesetzmäßigkeit und Regelmäßigkeit beruhende, normale und deshalb richtige, natürliche und deshalb wiederum wahre Struktur des kosmischen, weltlichen, menschlichen, rituellen Geschehens", oder die Ableitung von ri (indogermanisch), woher auch das griechische Wort rheo stammt. Es bezeichnet dann etwa neutraler einen Verlauf, eine Handlungsabfolge." [Hödl Hans Gerald, Ritual (Kult, Opfer, Rituals, Zeremonie), 665, in: Handbuch der Religionswissenschaft. Religionen und ihre zentralen Themen, hrsg. v. Johann Figl, Innsbruck-Wien, Göttingen 2003, 664-689].

(5) "Die Inszenierung von Tod und Wiedergeburt findet nur deshalb statt, weil das Geburtserlebnis die Menschen dazu befähigt hat." (Huber Johannes, Geheimakte Leben, Frankfurt/Main 2000, 128)

(6) Solche Verbal-Mitteilungen stehen im Kontext von Handlungstheorien bzw. Sprachtheorien, die es in der Gegenwart im "Überfluss" (so Waldenfels Bernhard, Das leibliche Selbst. Vorlesungen zur Phänomenologie des Leibes, Hrsg. von Regula Giuliani / Waldenfels, Frankfurt am Main : Suhrkamp 6.Aufl., 110) gibt: "Vielfach gehen diese Handlungstheorien nach einem traditionellen Schema vor: es gibt eine naturalistische Basis, die ganz und gar cartesianisch aussieht. Wie schnell wird von "Reflexen" als von "mechanischen Bewegungen" gesprochen! Darüber wird dann ein konventioneller Überbau errichtet, so dass als das Spezifische des menschlichen Verhaltens die bewusste Intention oder die Regelbefolgung herausgestellt wird. Menschliches Verhalten erscheint so als geregeltes Verhalten, als intentional gerichtetes Verhalten oder - wenn man sich an Computermodellen orientiert - als programmiertes Verhalten. ... Die Frage ist nur, was denn dieses Verhalten selber ist, das da geregelt werden soll ... . (110-111)

(7) A. Hahn, Kultische und säkulare Riten und Zeremonien in soziologischer Sicht, 58, in: Hahn A. u.a. (Hgg.), Anthropologie des Kults, Freiburg-Basel-Wien 1977, 51-81

(8) Baudler Georg, Von der Überbrückungshandlung zum Eucharistischen Mahl, 66, in: Rituale. Zugänge zu einem Phänomen, hrsg. v. Florian Uhl und Artur R. Boelderl, Parerga Verlag, Düsseldorf und Bonn 1999, 65-79

(9) Baudler Georg, Von der Überbrückungshandlung zum Eucharistischen Mahl, 66, in: Rituale. Zugänge zu einem Phänomen, hrsg. v. Florian Uhl und Artur R. Boelderl, Parerga Verlag, Düsseldorf und Bonn 1999, 65-79

(10) siehe HTTP://WWW.DRHUBER.AT/3-7-6-WIE-KANN-ICH-MICH-VOR-KREBS-SCHUETZEN/; ABFR. 10.6.18

(11) In Analogie dazu die Beobachtung Baudler's, dass "Riten ... eine religiöse Tradition viel stärker prägen als religiös-metaphysische Lehrinhalte oder ethische Verhaltensweisen." (Baudler Georg, Von der Überbrückungshandlung zum Eucharistischen Mahl, 67, in: Rituale. Zugänge zu einem Phänomen, hrsg. v. Florian Uhl und Artur R. Boelderl, Parerga Verlag, Düsseldorf und Bonn 1999, 65-79)

(12) Sedmak Clemens, Rituale: Weisen der Welterzeugung, in: Rituale. Zugänge zu einem Phänomen, hrsg. v. Florian Uhl und Artur R. Boelderl, Parerga Verlag, Düsseldorf und Bonn 1999, 43-62

(13) Uhl Florian, Rituale - Aspekte eines interdisziplinären Diskurses in der Religionsphilosophie, 231, in: Rituale. Zugänge zu einem Phänomen, hrsg. v. Florian Uhl und Artur R. Boelderl, Parerga Verlag, Düsseldorf und Bonn 1999, 207-260

(18) Schellenbaum Peter,

 

 

 

Emotionen -v.a. mit Paul Ekman, Joseph Ledoux [20][20] Ledoux Joseph, Das Netz der Gefühle. Wie Emotionen enstehen, _DTV München 2001, ISBN: 3-423-36253  und Peter Schellenbaum verstanden- sind das Salz in der Suppe des Lebens. Freude, Wut, Ekel, Furcht, Verachtung, Traurigkeit und Überraschung: sie zu spüren, zu fühlen, macht uns lebendig, das macht das Leben aus. 

Da aber Emotionen unsere Lebenssuppe jedoch auch versalzen können, wenn sie in zu großer Intensität oder -von aktuellem Situationsbezug abgelöst- zu einer bestimmenden Grundhaltung geworden sind- braucht es eine Methode, die ein Übermaß der Emotionen reduziert bzw. deren Chronifizierung  aufhebt, freilich aber dabei "nicht das Kind mit dem Bad ausschüttet", also Emotionen als solche ablehnt bzw. abstellt.