" 'Ich möchte mehr spüren!'  Dieser Satz ... drückt die tiefste Sehnsucht vieler Menschen in unserer Zeit aus. Während noch vor wenigen Jahren das Thema Beziehung im Zentrum der Aufmerksamkeit stand, merken heute viele, dass es ihnen an der wichtigsten Voraussetzung zum Eingehen einer Partnerschaft fehlt, nämlich an der Fähigkeit, intensiv und ausdauernd zu spüren. ... Wir realisieren, dass die Entwicklung der Fähigkeit zu spüren fundamentaler als die Lösung einzelner Partnerschaftsprobleme ist.

... in der intimen Begegnung mit dem uns wichtigsten Menschen bündelt sich der Mangel an lebendiger Empfindung zum alles bestimmenden Lebensgefühl. Wir realisieren, dass dessen Ursache nicht in der äußeren Situation liegt, in der wir uns gerade befinden. Nicht die anderen, wir selber hemmen letztlich den Fluss unseres Spürens."[1] 

Wieso ist das so?

Unter dem Titel "Gemeinschaft der Nackten" bringt Schellenbaum den Hinweis auf "eine der beliebtesten Darstellungen der indischen Kunst, [sie] zeigt auf einer offenen grünen Wiese den jungen Gott Krischna, 'für den die Herzen aller Frauen und Mädchen in Lieb entbrannten' im erotischen Tanz mit einem Kreis anmutiger Frauen, den Gopis. Die Legende sagt, der Tanz sei immer inniger und leidenschaftlicher geworden. Mit einer Frau nach der anderen tanzte Krischna: den Kreistanz eines einzigen Mannes mit vielen Frauen. Auf einmal aber ist Krischna verschwunden. Verzweifelt suchen ihn die Gopis. In allen steigt das gleiche Gefühl hoch: Sehnsucht nach Krischna. Als ihr ganzes Wesen nur noch Sehnsucht ist, erscheint Krischna wieder, und weiter geht der herrliche Tanz.

Weshalb ist Krischna in der Zwischenzeit verschwunden? Während er sich mit der stets gleichen Intensität dem Tanze hingab, kam jeder Frau, mit der er gerade tanzte, der Gedanke: 'Er ist mein'. Tanzt er nicht unvergleichlich mit mir? Ein für allemal ist er mein, nur mein.' Als im Kreisrund der Tanzenden keine mehr da war, mit der Krischna noch nicht getanzt, also keine, die nicht gedacht hätte: 'Er ist mein', war auch Krischna nicht mehr da. - Er, Verleiblichung der Flussexistenz konnte gar nicht mehr da sein, als die Gopis sich selbst im Tanz unterbrochen hatten - Flussunterbrechung ist Selbstunterbrechung - und von der unmittelbaren Ekstase im 'geflügelten Augenblick' (William Blake) Abstand nahmen. Der Gedanke 'Er ist für immer mein' macht etwas zur Vorstellung, was nur in der Flusserfahrung selbst, im Spürbewusstsein des Augenblicks lebt. Das 'Immer', das sich Liebende - aus dem 'ewigen Augenblick' schon ein wenig heraustretend - zuflüstern, bedeutet bereits 'nicht mehr'.

Männer mögen sich diese Geschichte umgekehrt erzählen. Sie tanzen abwechselnd im Kreisrund mit einer schönen, erotischen Frau, und süße Luft ergreift sie, während sie mit ihr über die leuchtend grüne Wiese tanzen. Sobald aber einem der tanzenden Männer der Gedanke kommt: 'Diese Frau muss ich unbedingt haben. Ich brauche sie. Sie gehört mir bis zu meinem Lebensende' leert sich sein Herz. Selbst wenn die Frau weiter mit ihm tanzt, wird deren Glanz für ihn trübe ... Er merkt, dass Sehnsucht und Liebe angefangen haben, sich von ihm zu entfernen, -genauer: dass er sich von ihnen entfernt." [3]

 

 

 

 

       " Das Paradox des Festhaltens

                      besteht darin,

             dass es Verlust bewirkt,

        nicht immer im Bereich des Habens,

        wohl aber des Seins, ...

 

... während umgekehrt

das Paradox des Lassens

sich darin äußert,

dass wir im gleitenden Punkt der stärksten Empfindung bleiben

und daher vermutlich in intensiven Partnerschaften  leben, die uns lange, vielleicht ein ganzes Leben lang begleiten." [3]

 

"Welche Auswirkungen hat das Fehlen von tiefen, direkten und leidenschaftlichen Empfindungen ?

Die wichtigste ist Angst. Empfindungen, die wir unterdrücken oder verdrängen, erzeugen das Gefühl von Enge, was mit dem gehemmten Atem zusammenhängt: Zahl und Ausmaß der Atemzüge entsprechen nicht mehr dem Ansturm der Erregung. Die den Atem steuernde Muskulatur verkrampft sich. Der Atem wird nicht frei in die Welt hinaus entlassen, sondern ist mit der Gegenbotschaft des Rückzugs besetzt, während die Gemütsbewegung beim Einatmen widersprüchlicherweise einen Anfang vom Loslassen, Auftun, Entspannung und Zuwendung zur Außenwelt beinhaltet.

...

Der leib-seelische Fluss stockt zwischen Spannung und Entspannung. Ein flattriges Gefühl von Unruhe, Unrast, Nervosität, Gereiztheit und vulkanartiger Katastrophenbereitschaft ist die Folge davon, oder auch dumpfe Müdigkeit" [4] 

 

Bekanntlich lässt sich nicht gut damit leben. Daher wäre zunächst ...

 

angebracht.

 

Näherhin bzgl. der "Unliebesspiele ... Allen gemeinsam ist die Verbindung zweier widersprüchlicher Strebungen: die eine ist das Trauma, das heißt die prägende seelische Verwundung aus der Kindheit, das sagt: 'Nein, es gibt keine Liebe', die andere das Ich, das verzweifelt kontert: 'Doch es muss Liebe geben.' - Aus diesem Widerspruch entsteht eine 'Kohabitation', ein 'Zusammenhausen', das uns nur dann natürlich erscheint, wenn wir selber in dieser Zwiespältigkeit zu Hause und gefangen sind. Und gefangen sind wir alleweil, solange das Nein des einen inneren Konfliktpartners des Ja des anderen mundtot macht und umgekehrt. So entstehen die berühmten doppelten Botschaften." [2]

Da sich mit ihnen nicht nur nicht leben lässt, sondern sich depressive Verstimmungen mit ihren Gewebs-Laxationen ausbilden,

ist indiziert eine an #Lunge# und #Dickdarm# - Purificatio orientierte Behandlung, in der die gängigen Massage-Techniken wie Klassische, Segment-, Fußreflexzonen-Massage und v.a. Manuelle Lymphdrainage durch Akupunkt-Meridian-Massage ganzheitlich orientiert werden.

 

 

 

[1] Schellenbaum Peter, Aggression zwischen Liebenden. Ergriffenheit und Abwehr in der erotischen Erfahrung, Hoffmann und Campe 1994, 13

[2] Schellenbaum Peter, Die Wunde der Ungeliebten. Blockierung und Verlebendigung der Liebe, Dt. Taschenbuchverlag, München 4.Aufl. 1993, 22

[3] Schellenbaum Peter, Nimm deine Couch und geh! Heilung mit Spontanritualen, DTV München 1992 (ISBN 3-466-30333-8), 262

[4] Schellenbaum Peter, Aggression zwischen Liebenden. Ergriffenheit und Abwehr in der erotischen Erfahrung, Hoffmann und Campe 1994, 15-16

 

 

 

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