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Depression: Die Serotonin-Lüge

Die Serotoninhypothese war eine verlockend simple Erklärung für die Wirkung von Antidepressiva. Doch von Anfang an wurde sie als allumfassend fehlinterpretiert.

Stefanie Uhrig

Medizinjournalist/in

Es war eine einfache Theorie: Menschen mit Depression haben weniger vom Botenstoff Serotonin. Also blockieren wir die Transporter, die den Stoff in die Zellen aufnehmen und schon sollte mehr davon im Spalt zwischen den Nervenzellen vorhanden sein und die Symptome sollten sich verbessern. Der Gedanke basiert auf einer Veröffentlichung zweier Wissenschaftler aus dem Jahr 1969. Sie hatten beobachtet, dass im Gehirn von depressiven Patienten ein Abbauprodukt von Serotonin weniger vorkam als bei gesunden Probanden.

„Die Hypothese war zugleich ein Versuch, die Wirkung von Antidepressiva zu erklären und die Erkrankung zu entstigmatisieren“, erklärt Prof. Andreas Heinz, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Charité Berlin. Eine körperliche Ursache für die Symptome zu benennen, sollte die Menschen wegbringen von der „Sollen die sich doch einfach zusammenreißen“-Mentalität.

 

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Nur als Teilerklärung gedacht

Dass es nicht so einfach ist, wurde jedoch schnell klar. Tatsächlich hatten die Forscher nie behauptet, dass Depression ausschließlich durch einen Serotoninmangel verursacht wird. Vielmehr schlugen sie vor, dass die stimmungsaufhellenden Effekte von Antidepressiva auf die Erhöhung eines zuvor gesenkten Serotoninspiegels zurückgehen. Die Forscher wiesen aber gleichzeitig auf weitere neurologische Mechanismen hin, die für andere Aspekte zuständig sein sollten.

Verschiedene Studien fanden seitdem teils gar keinen Zusammenhang zwischen der Serotoninkonzentration und der Depression, manchmal war sogar bei Depressiven mehr von dem Botenstoff zu finden, wie Studien zeigen. Dabei kam es auch darauf an, wo, wie und was genau gemessen wurde: das Serotonin selbst, ein Abbauprodukt oder die Serotonintransporter.

Trotz verschiedener Hinweise darauf, dass die Serotoninhypothese nicht DIE Antwort auf eine sehr komplexe Frage ist, hält sie sich etwa in Arztpraxen und Lehrbüchern bis heute hartnäckig. Um den Wissensstand genau zusammenzufassen, sahen sich Forscher nun Studien und Übersichtsstudien zur Serotoninhypothese an. Ihre Schlussfolgerung: Es gibt keine Belege für die Theorie. In einer eigenen Stellungnahme drückten sie es recht drastisch aus: „Depressionen werden wahrscheinlich nicht durch ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn verursacht“ heißt es in der Überschrift.

Lebensumstände nicht vergessen

So plakativ würde Heinz es nicht ausdrücken. „Dass bei einer so vielfältigen Erkrankung nicht ein einzelner Botenstoff verantwortlich sein kann, wussten wir in der Forschung schon lange, das ist nichts neues.“ Denn häufig tritt Depression überhaupt erst im Zusammenhang mit traumatischen oder schwierigen Lebenssituationen auf – nach einem Jobverlust, dem Tod eines Nahestehenden, der Trennung vom Partner. Nur selten leiden Menschen unter Depression, ohne dass es zumindest einen erkennbaren Katalysator gab. Das heißt aber nicht, dass chemische Veränderungen im Gehirn keine Rolle spielen.

 

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Eine wahrscheinlichere Erklärung für Depression sieht Heinz darin, dass aus unterschiedlichen Gründen mehrere Balancen im Gehirn unter Stress aus dem Gleichgewicht geraten. Serotonin mag bei manchen Betroffenen ein Teil dieser Gleichungen sein, etwa bei Suchterkrankungen mit Depression, aber wohl selten die ganze Wahrheit.

Und selbst die Idee, dass wir Transporter blockieren und dadurch ein Gleichgewicht wieder ins Lot rücken können, sei viel zu einfach gedacht, so Heinz: „Die Transporter sind nicht brav auf der Außenseite der Zellen aufgereiht und warten darauf, blockiert oder genutzt zu werden.“ Vielmehr seien diese Proteine in einem Fließgleichgewicht, werden in die Zelle aufgenommen, wenn sie gerade überflüssig sind, und wieder an die Oberfläche gebracht, wenn Serotonin in die Zelle gelangen soll. Und auch dieser Prozess ist von unserer Umwelt und unseren Erlebnissen abhängig.

Wie so oft: Die Fragen bleiben

Was bleibt also? Wir wissen weiterhin nicht, wie Depression genau entsteht und was wir dagegen tun können. Die Wissenschaft kann versuchen, einzelne Aspekte zu entschlüsseln, doch vermutlich wird es keine definitive Antwort geben, die für alle Betroffenen gleich ist. Vorerst helfen die Antidepressiva weiterhin einem Teil der Patienten und die Forschung geht weiter, um neue Behandlungen oder verbesserte Protokolle zu finden. 

Auch körperliche Aspekte werden mittlerweile meist berücksichtigt, etwa, ob die Schilddrüse ordentlich funktioniert. Auch weitere Erkrankungen, wie Infektionen und Immunschwächen, können Depressionen auslösen, betont Heinz. Darauf werde bisher nicht ausreichend geachtet, zumal sich solche Krankheiten manchmal leicht behandeln lassen. „Wir benötigen noch ein ganzheitlicheres Verständnis unseres körperlichen Wohlbefindens, um auch gezieltere Behandlungen zu ermöglichen.“

"Es scheint schwierig zu sein, die [sich in 'Lunge' und 'Dickdarm' artikulierende] Kraft des Metalls zu leben.

Einerseits ist das Wesen des Metalls, die Konzentration das Abschiednehmen, die Trauer und der Rückzug nach innen, der Rückzug aus der Welt,

andererseits die Verbindung mit unserer Umgebung, die Verbindung mit der Lebensenergie, die Verbindung mit dem Himmel.

 

Oft müssen wir uns zurückziehen, um einer tieferen Verbundenheit gewahr zu werden, die im Alltäglichen nicht sichtbar, nicht mehr spürbar ist. Nur wenn wir das loslassen, was gewesen ist, kann der Kreis geschlossen werden. Nur wenn wir loslassen, kann ein Raum entstehen, in dem das Alte sterben. und das Neue geboren werden kann." [1]

 

Dementsprechend anspruchsvoll ist das therapeutische Erfordernis:

"Es gilt das Beiwerk auszuscheiden, sodass die Essenz sich zeigen kann. Es gilt Abschied zu nehmen ohne aufzugeben, ohne das Vertrauen zu verlieren. So wird der Rückzug aus der Welt ein Rückzug in die wesentliche Welt." [1]

D.1 : PURIFICATIO DYSPHORISCHER DEPRESSION: DURCH SICH LOSLÖSEN KÖNNEN VON  (AUCH GEISTIG) VERSTOPFENDEM ZEIGT SICH AUFNAHMEBEREITSCHAFT DER SINNE 

 

 

Seit einigen Wochen wacht Herr K. niedergeschlagen, hoffnungslos und verzweifelt auf. Seine Stimmung befindet sich schon unmittelbar nach dem Aufwachen auf dem absoluten Tiefpunkt ...

 

Personen, welche unter einem Morgentief leiden, schildern häufig, dass das Gedankenkreisen, die Zukunftsängste und das Gefühl der Niedergeschlagenheit bereits mit dem ersten Augenaufschlag beginnen und die Intensität der Symptome den Start in den Tag deutlich beeinträchtigen würden. Im Verlaufe des Tages würden die Symptome in ihrer Intensität häufig nachlassen, so dass sie am Mittag oder am Abend weniger stark seien als am Morgen. Das heißt, dass sich die gedrückte Stimmung im Laufe des Tages bessern oder sogar bis zum Abend weitgehend normalisieren kann.

 

Das Morgentief der Depression korreliert häufig mit einer Störung der eigenen inneren Uhr bzw. des sogenannten zirkadianen Rhythmus. Die innere Uhr beeinflusst unsere Energie, unsere Wachheit, unser Denken und unsere Stimmung. Sie hilft uns dabei, eine stabile Stimmung zu bewahren und sorgt dafür, dass wir gesund bleiben. Wenn unsere innere Uhr jedoch durcheinandergerät, dann kommen wir in ein Ungleichgewicht, weil beispielsweise Hormone (z.B. Melatonin) zur falschen Tageszeit und in der falschen Menge produziert werden. Der Körper ist dann nicht mehr in der Lage ausreichend dafür zu sorgen, dass wir uns während des Tages wach und fit, am Abend hingegen schläfrig und müde fühlen und uns in der Nacht erholen können. Dies wirkt sich negativ auf unsere körperliche Gesundheit und unser emotionales Wohlbefinden aus und kann zu verschiedenen körperlichen Erkrankungen und psychischen Störungen (beispielsweise Depressionen) führen.

 

Diese Störung wird im Rahmen einer SYMBALLESTHAI (R)-Behandlung aufgegriffen durch Orientierung der Massage-Zeiten am zirkadianen Rhythmus der 'Organe'. "Die Schwankungen des Energieflusses in den Organen erfolgen analog zu Ebbe und Flut in Form einer Sinuskurve mit zwei Gipfeln und zwei Wellentälern innerhalb von 24 Stunden. Jedes Organ hat eine erste Hauptzeit -diese wird im Allgemeinen als Zeit höchsten Energieflusses durch dieses Organ und seinen Meridian angegeben -und eine zweite Hauptzeit zwölf Stunden später. Sechs Stunden nach Beginn der Hauptzeit ist Beginn der Ebbe - der Zeitraum, in dem am wenigsten Energie in dem entsprechenden Organ und Meridian fließen. Ein Organ und sein Meridian sprechen am besten während der Hauptzeiten auf eine Behandlung mit Meridianmassage und Akupressur an." (Eckert, Tao der Akupressur und Akupunktur, 8).

Wenn man nun frägt, welches Organ in etwa in der Zeit von 3-5 Uhr und dann von 5-7 Uhr (und dann wieder 12 Stunden später) eine Hauptzeit hat, so kommt man auf die ganzheitlich verstandene "Lunge" und "Dickdarm".

Allerdings -von beiden Organen wissen wir- dass es nicht ganz einfach ist, sich von Belastendem, dem Schatten der Vergangenheit zu lösen; dies insoferne als es dafür Energie braucht:

Energie für den Abtransport von CO2 reicher Luft in der Lunge bzw. von im Darm vorhandenem Kot ebenso wie für's Weg-Geben von belastenden Gefühlen und Gedanken.

Energie, die der antriebslose Depressive eben nicht zu haben scheint ...

Sieht man Depression allerdings als dysphorisches Geschehen, dann erscheint bei Depressiven Energie an falscher Stelle gebunden (vielleicht ist E = m eingetreten, also c2 weggefallen).

Wie wär's also ? statt sich dem von Depressiven häufig, allerdings auch verzerrend, als das Dunkle der Vergangenheit Eingeschätztem: dem Licht zuzuwenden?

Damit wird der Kern 

angesprochen: also Befreiung des an sich Gesunden (unserer Gedanken und Gefühle, des Nervengewebes) von Displaziertem und somit dessen Funktionsfähigkeit Beschränkendem und zwar so, dass das An-Sich-Gesunde wirksam werden kann ... 

Also so, dass die "Spreu vom Weizen getrennt" wird ...

Damit unterscheidet sich Rituelle Purificatio vom psychotherapeutischen Vorgehen:

der 'Weizen' des Depressiven wäre ja -in der Terminologie von Riemann (Angst, 61)-"Individuation/Eigen-Drehung" im Sinne der Ablösung von der Mutter-Bindung; diese wäre insoferne total als sie einem "trennenden Anderssein" gleichkommt.

Dementsprechend 'naheliegend' ist: "Wenn der Depressive erkennt, dass schon das Ich-Werden, die Individuation, unvermeidlich ein trennendes Anderssein bedeutet, verzichtet er entweder bei sich darauf, oder er gesteht es dem Partner nicht zu.  ... Der Depressive versucht seiner Angst dadurch zu entgehen, dass er die 'Eigendrehung' aufgibt oder sie dem anderen nicht zugesteht."

Aber: soll -damit Depression beseitigt wird- aus dieser Beziehung wirklich ein 'trennendes Anderssein' werden? Gibt es nicht auch die Möglichkeit, dass sowohl 'Mutter' als auch 'Kind' EigenDrehung leben? Das wäre ja Partnerschaft i. eigentl. Sinn des Wortes: jeder der Beiden ist pars/Teil eines sie beide umfassenden Ganzen.

Dafür nun braucht es RITUELLE PURIFICATIO, die eben  sowohl bei sich als auch beim Anderen den Wert der 'Eigendrehung' erkennen lässt !

So soll sich in uns das den Tag erwartende Kind ("Wenn ihr nicht wie Kinder werdet, werdet ihr nie ins Himmelreich kommen") mit seinem Wunsch nach Leben zeigen: sodass sich -anstelle des Morgentiefs- die 'Morgenstund als Gold im Mund' zeitigt, wir also am Morgen - befreit von 'Altlasten' - die uns wesentlichen Wünsche an den Tag formulieren können.

 

Für SYMBALLESTHAI-BEHANDLUNGEN konkretisiert heißt das: 

 

Bedenkt man, dass es

-bei Ritueller Purificatio-

um die Befreiung von Altlasten geht

u.zw. in der Weise, dass damit wieder die eigentliche Leistungsfähigkeit gegeben ist, wird man 'DICKDARM' "in der an die  (Hauptzeit) anschließenden Zweistundenperiode" behandeln u.zw. den "Quell- oder Tonisierungspunkt" (Eckert, Tao, 8) akupressieren.

Näherhin Di 4 (genannt "Zusammenschluss des Tals" zwischen erstem und zweitem Mittelhandknochen) ein Quellpunkt, der nicht nur "die Darmperistaltik anregt", sondern "im geistigen Bereich unsere Fähigkeit unterstützt, Gedanken und Gefühle loszulassen, die uns sehr beschäftigen und sogar gemartert haben. Er wirkt geistiger Verstopfung und starren Denkmustern entgegen" und "gibt ein Gefühl von Kraft und Vitalität, macht unternehmungslustig und wach." (Eckert, Tao, 90)

DI 4 ist aber nicht nur Quellpunkt, sondern stellt auch die Verbindung zu Lu 7 her

 

  

Für die Symballesthai-Behandlung der "Lungeist für eine u.a. das morgendliche Tief abfedernde Behandlung ein "Quellpunkt" zu suchen. (Dies weil er als solcher die Anforderung der Purificatio als Rituelle Reinigung erfüllt, die eben nicht nur Verbrauchtes entfernt, sondern auch das Selbst-Erforderliche erkennen lässt). Für diesen ist die Zeit nach 5 Uhr zu wählen.

Näherhin Lu 9 (am radialen Ende der Handgelenksfalte): Denn "Sehr tiefes Wasser" "vergrößert das Atemvolumen, ... macht die Brust weit und gibt neuen Lebensmut ... hilft, wenn man sich in seiner Lebenssituation beengt und eingesperrt fühlt ... schafft Distanz und schärft den Blick" (Eckert, Tao, 83).

Mit den Hinweisen auf "Lebenssituation" kommt Seligmans Depressionsmodell, nach dem Depressionen durch Gefühle der Hilflosigkeit bedingt werden, die auf unkontrollierbare, aversive Ereignisse folgen, in den Blick. Entscheidend für die erlebte Kontrollierbarkeit von Ereignissen sind die Ursachen, auf die die Person ein Ereignis zurückführt. Nach Seligman führt die Ursachenzuschreibung unangenehmer Ereignisse auf interne, globale und stabile Faktoren zu Gefühlen der Hilflosigkeit, die wiederum zu Depressionen führen.Die Zusatzsymptome sind:[15]

verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit

Noradrenalin wird mithilfe eines Enzyms aus Dopamin hergestellt. Im Gehirn ist der Neurotransmitter vor allem für die Steuerung des Wachheitsgrades und der Aufmerksamkeit verantwortlich.

"Vielleicht also zahlt es sich doch aus zeitiger aufzustehn? Auch wenn's schwer fällt ...; eben insoferne, als man nicht gelernt/eingeübt hat, wie man den Übergang vom Schlaf zum Wach-Sein schaffen kann ... Aber Hilfe bekommen Sie durch das oben angesprochene Symballesthai-RITUAL.

Denn "darin ... liegt der Sinn von Übergangsritualen:

Den Punkt der Krise so lange auszuhalten ['es ist nun einmal so, dass das in der Zirbeldrüse hergestellte Hormon Melatonin den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Ein sehr hoher Melatoninspiegel birgt die Gefahr, an Depressionen zu erkranken. Zu beobachten ist dies vor allem im Winter' -Insert durch Hermann Hold], bis ['Melatonin- und Serotoninproduktion stehen in starker Abhängigkeit zueinander'- Insert durch Hermann Hold] er zur Geburtseröffnung für spontane Wachstumsgebärden wird ['Serotonin (Wachhormon) wird eben bei Tageslicht' produziert] und dies nicht einmal, sondern regelmäßig, bis die kreative Spontaneität in Empfindungen, Gebärden und Gedanken zum natürlichen Antrieb und Reflex, das Spürbewusstsein zum selbstverständlichen Wahrnehmungsorgan wird ..."[19, Schellenbaum Peter]

 

[1] Eckert Achim, Das heilende Tao, 64