Nach 20 Jahren als russischer UN-Berater zieht Boris Bondarew Konsequenzen aus dem Angriffskrieg Russlands in der Ukraine und tritt zurück. In einer Stellungnahme schreibt Bondarew: "Über 20 Jahre habe ich als Diplomat gearbeitet und verschiedene außenpolitische Richtungsänderungen gesehen." Doch am 24. Februar dieses Jahres hat ein Umdenken beim Diplomaten stattgefunden, an jenem Tag, an dem der russische Angriffskrieg auf die Ukraine startete. "Noch nie habe ich mich so sehr für mein Land geschämt", so Bondarew weiter.[28]

Trifft hier zu ? : "Anstatt uns Beschämungen zu ersparen, zeigen wir ständig mit dem Finger aufeinander" sagt der Philosoph Robert Pfaller.

... mit dem nackten Finger auf angezogene Menschen und verkünden lautstark, dass wir uns für sie schämen. Das ist alles eben ziemlich schamlos." [27]

Dieser Rhetorik der Scham beigefügt sei der Hinweis auf die alltägliche Verwendung der Scham -selbst im therapeutischen Kontext. Dazu Tiedemann Jens L. These: "Scham ist ein Problem, dessen Existenz in der Psychotherapie und Psychoanalyse stillschweigend hingenommen, jedoch von vielen Therapeuten unterschätzt wird. Man könnte sogar so weit gehen und behaupten, dass das ganze System der Psychotherapie nur funktioniert, wenn wir die Scham übersehen, die wir tagein, tagaus in unserer therapeutischen Arbeit ungewollt und vor allem unbewusst sogar hervorbringen. In unserer postfreudianischen Gesellschaft wurde nahezu alles behandelt, außer Scham." [25]

 

WIR PRODUZIEREN ALSO SCHAM,

... JEDENFALLS IM SINNE VON BESCHÄMUNG UND WIR 'NUTZEN' SIE ZUR REGELUNG SOZIALER VERHÄLTNISSE, wie Über- und Unterordnung, Abgrenzung und Zugehörigkeit etc. :

Bolko Pfau: "Beschämt zu werden, deutete immer wieder auf Gefährdung der eigenen Identität als Vater, Partner oder Arzt hin. Später wurde mir auch deutlich, dass ich wiederholt das Moment des aktiven Beschämens in Beziehung zu anderen als Machtinstrument einsetzte, oft wohl auch als eine Art Notwehr, um mich selbst vor vermeintlicher Scham zu schützen." [26]

 

... ABER AUCH -JETZT GRUNDSÄTZLICHER FORMULIERT:- IM KONTEXT DER "TRAGISCHE(N) DIMENSION DES MENSCHLICHEN DASEINS UND DER MENSCHLICHEN KULTUR ÜBERHAUPT" (Wurmser)

Bolko Pfau weiter: "Diffus entstand der Verdacht, dass das eigene Schamerleben immer dann auftrat, wenn die ideale Vorstellung vom eigenen Selbst divergierte mit dem idealen Verhalten in Krisen oder in Lebenssituationen, die anders antizipiert waren, als sie dann tatsächlich eintraten." [26] 

Der letzte Satz scheint in Verbindung zu stehen mit Wurmser's These bzgl. der "tragische(n) Dimension des menschlichen Daseins und der menschlichen Kultur überhaupt. Beim Tragischen handelt es sich ... um drei Arten der Absolutsetzung: 1. die Verabsolutierung eines Ideals und damit des Gewissens, das diese Idealforderung als Exekutivgewalt durchsetzen soll, miteinbegriffen die der Gerechtigkeitserwartung   2. die der Affekte, insbesondere des Schmerzes, der Scham und der Schuld  3. die der Verleugnung und auch anderer Abwehrformen." [Wurmser Léon, Die zerbrochene Wirklichkeit. Psychoanalyse als das Studium von Konflikt und Komplementarität, Springer Verlag Berlin Heidelberg 1989, ISBN 978-3-540-18719-6, S.8 ]

 

WENN ES UNS ABER UM GELINGENDES BEZIEHUNGSLEBEN, BIS HIN ZUR EROTISCHEN BEZIEHUNG, GEHT, 

DANN  BRAUCHT ES -SO MEINE HYPOTHESE-

EINE SALUTOGENE FORMUNG DER  SCHAM

WIE SIE ERFOLGT bei

 

Behandlung des TYPs B :

PERIKARD#KREISLAUFSEXUS - SYMBALLESTHAI-MASSAGE

 die

SCHAMBESETZTE  GEWEBS-VERKLEBUNG

mittels

VASALER   RESILIENZ

in

GEHEIMNISVOLLE  IMMUNITÄT

WANDELT

Diskutiert werden sollen obige Hypothesen anhand des sogenannten "Sündenfalls von Adam und Eva", nämlich insoferne als hier ein Geschehen, nämlich das der Schamentstehung, erzählt wird:

Denn: Zunächst heißt es im Buch Genesis, dass Adam und Eva nackt waren, allerdings schämten sie sich nicht. (Gen 2, 25)

(Scham besteht also nicht 'ganz einfach' in Nacktheit. Das sei betont in Abgrenzung zu heute oft vorfindbaren Wertungen der Nacktheit: wird sie doch häufig eo ipso mit Scham konnotiert, bis hin dazu, dass die Geschlechtsteile als "Scham" bezeichnet werden) 

Scham ist also keine "natürliche Sache". Sie tritt erst nach dem "Sündenfall" auf.

(der üblicherweise als Ungehorsam gegenüber Gott bestimmt wird - religiös verbrämtes "Moralin" lässt grüßen!)

Vielmehr besteht der 'Sündenfall' im 

Anspruch auf absolute Gültigkeit

("ihr werdet - wie Gott- 'gut' und 'böse' erkennen)

von, das Lebendige objektivierenden Wertungen.

Genesis 3,6: "Da sah die Frau, dass es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, dass der Baum eine Augenweide war und dazu verlockte, klug zu werden."

Die Erwartung, 'klug zu werden', die einhergeht mit dem Anspruch auf absolute Gültigkeit ("ihr werdet - wie Gott- 'gut' und 'böse' erkennen), die zum objektivierenden Blick auf sich selbst und den Anderen (siehe Sartre, Das Sein und das Nichts), mich selbst zum Sexual-Subjekt und den Anderen zum Sexual-Objekt macht, führt dazu, dass  "beiden die Augen aufgingen und sie erkannten, dass sie nackt waren." (Gen 3, 7a)

"DIE REINE SCHAM IST NICHT DAS GEFÜHL, DIESER ODER JENER TADELNSWERTE GEGENSTAND ZU SEIN, SONDERN ÜBERHAUPT EIN GEGENSTAND ZU SEIN, DAS HEISST, MICH IN EINEM DEGRADIERTEN, ABHÄNGIGEN UND STARR GEWORDENEN GEGENSTAND, DER ICH FÜR ANDERE GEWORDEN BIN, WIEDERZUERKENNEN."

So analysiert J.-P. Sartre in »L’être et le néant« die vernichtende Selbstvergegenständlichung in der Übernahme des verdinglichenden Blicks der anderen. (Sartre, J.-P., Das Sein und das Nichts. Versuch einer phänomenologischen Ontologie, Reinbek bei Hamburg 1962, 381 [frz. Orig. J.-P. Sartre, L’être et le néant. Essai d’ontologie phénoménologique, Paris 1950] " [10] [23]

 Anzufügen ist m.E., dass Sartres These zur Scham möglicherweise von Freuds ÜberIch [28] her beeinflusst ist.  Abstrahiert man die 'soziale Seite' und formalisiert, so ergibt sich die Hypothese:

 

DAS SCHAM-GEFÜHL

ist DER GEFÜHLSMÄSSIGE ANTRIEB ZUM ZUDECKEN DES RESULTATS eines GESCHEHENS DER VERGEGENSTÄNDLICHUNG [22] ...

 

Dabei ist es  nebensächlich, ob diese Vergegenständlichung ...

... in 'wohlwollender' oder 'bösartiger' Rhetorik erfolgt:

"Das junge Mädchen ist das erste Mal beim Gynäkologen: "Du brauchst dich nicht zu genieren: Ich sehe dich nur mit rein medizinischen Augen. Deine wundervollen Brüste, deinen aufnahmebereiten Schoß ..." 

... von außen oder von einem selbst her erfolgt:

Zu:  "Von einem selbst" her ist z.B. an den inneren Kritiker zu denken.

"Menschen mit Körperdysmorpher Störung (KDS) fühlen sich hässlich- dabei haben sie allenfalls einen kleinen Schönheitsfehler." Ihre Gedanken z.B. kreisen um Akne oder unproportionierte Körperteile. Bis zu mehrere Stunden täglich beschäftigen sie sich damit, den 'Makel' zu inspizieren oder zu verbergen... . " [34]

Man macht also sich selbst zu einem Gegenstand: Das Subjekt objektiviert sich. Der Maßstab dafür kommt aus der Annahme, dass man in göttlich absoluter Qualität der Meinung ist, bestimmen zu können, was hässlich bzw. was schön ist.

Von daher wird die Frage von Rytina verständlich: "Leiden sie (Menschen mit körperdysmorphaler Störung] an einem besonders feinen Sinn für Ästhetik?" [34] Sie zitiert Stangier's Vermutung bezüglich des Phänomens der eingebildeten Hässlichen ... Seine Hypothese: Die Betroffenen verfügen über einen gesteigerten Sinn für Ästhetik, Symmetrie und Form." [35]

An die Erzählung vom 'Sündenfall' sieht man sich erinnert, wenn Rytina weiter ausführt: "Möglicherweise hat dieses überaus starke Schönheitsempfinden (der KDS-Patienten) schon im Lauf der Entwicklungsgeschichte eine Rolle gespielt: Einige Evolutionspsychologen vermuten, dass unter unseren Urahnen attraktive Menschen tendenziell gesünder waren und daher bei der Partnerwahl bevorzugt wurden. Wer die Schönen von den Missgestaltesten am genauesten zu unterscheiden wusste, konnte demnach für seine Nachkommen die besten Gene sichern." [35]

 

... DAS EIGENTLICH NUR  DANN SINN MACHT,

WENN MAN ES ZUM ZWECK DER ABLENKUNG VON EIGENER VULNERABILITÄT BRAUCHT 

 

 

Wozu führt diese Erkenntnis? "Sie hefteten Feigenblätter zusammen und machten sich einen Schurz." (Gen 3, 7b)

Häufig wird dieses Geschehen als "Schamschutz"  bezeichnet. Dies entspricht aber nicht der Etymologie von "Scham":

scham- was ist das ? [29]

Das Wort Scham  stammt aus dem Altdeutschen scama bzw. dem Angelsächsischen scamu und geht zurück auf die indogermanische Wurzel kamkem: 'zudecken, verschleiern, verbergen'. Durch das vorangestellte 's'(skam) wird aus dem 'Zudecken' das 'Sichzudecken' , 'Sichverbergen'." [12]

Nebenbemerkung: Nimmt man diese Ableitung von "Scham" als maßgeblich auch für ein gegenwärtiges Scham-Verständnis, so wird man skeptisch sein gegenüber der These, dass sie "resultiert vielfach aus Beschämung durch andere – Demütigung, Bloßstellung u.a. – ... ." [10]  Skepsis aber auch insoferne als der beigefügte Satz "Beschämung entfaltet ihre tiefste Macht aber erst im Selbstverhältnis der Einzelnen, im Sich-Schämen." [10] den vorhergehenden Satz teilweise aufhebt.

 

"Im Schamgefühl äußert sich der Wunsch, etwas unsichtbar zu machen, das sichtbar war oder werden könnte." [12]

"Bei der Scham muss immer etwas weg - anders als bei der Schuld, bei der immer Fehlendes herbeigeschafft werden muss, etwa in Form von Nachzahlungen ..." [27]

 

DIE FRAGE IST FREILICH,

OB DIESER WUNSCH NACH 'ZUDECKEN' BERECHTIGT IST

- ob also etwas/  oder man selbst/ oder jemand anderer 'mit gutem Grund' verdeckt werden soll ...

Etwa analog zur Verwendung von Antibiotika ist es daher eine Aufgabe der (ethischen) Überlegung, ob sich Scham ereignen soll.

 

 

 

 

 

Allerdings:

Wechselseitige Objektivierungen von Mann und Frau

reduzieren auf die eigene Geschlechtlichkeit, bloß auf die eigene Sexualität,

sodass deren Beziehungscharakter aus dem Blick kommt 

- und genau damit geht  Erotik verloren und bloße Sexualität bleibt. 

 

Diese aus Objektivierungen herrührende Zerfallenheit unter uns Menschen scheint nicht aus uns heraus bewältigbar, 

Denn:

 AUF DIESE ZERFALLENHEIT

MACHT AUFMERKSAM DER

"ICH BIN DER 'ICH-BIN-DA' GOTT [31],

DER GEGEN DEN TAGWIND EINHERSCHREITET"

Als sie Gott, den Herrn, im Garten gegen den Tagwind einherschreiten hörten, versteckten sich Adam und seine Frau vor Gott, dem Herrn, unter den Bäumen des Gartens. (Gen 3,8) Gott, der Herr, rief Adam zu und sprach: Wo bist du? (Gen 3,9) Er antwortete: Ich habe dich im Garten kommen hören; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich. (Gen 3,10) Darauf fragte er: Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist? Hast du von dem Baum gegessen, von dem zu essen ich dir verboten habe? (Gen 3,11)

Daraufhin beginnt ein "Schwarze Peter"-Spiel wie es am Meisterwerk von Antonio Rizzo am Dogenpalast in Venedig [32] erkennbar wird: 

Adam antwortete: Die Frau, die du mir beigesellt hast, sie hat mir von dem Baum gegeben und so habe ich gegessen (Gen 3,12)

Gott, der Herr, sprach zu der Frau: Was hast du da getan? Die Frau antwortete: Die Schlange hat mich verführt und so habe ich gegessen (Gen 3,13)

 

DAMIT ALLERDINGS WIRD DAS PROBLEM DER ZERFALLENHEIT, DER FEINDSCHAFT, DER ENTFREMDUNG (auch zwischen Mann und Frau: Du hast Verlangen nach deinem Mann; / er aber wird über dich herrschen [Gen3, 16] NICHT GELÖST, SONDERN UNTER -BEI RIZZO ÜBER-DIMENSIONALEN- SCHAM-BLÄTTERN ZU VERSTECKEN GESUCHT.

WENN SICH IN DEN ERREGTEN GESCHLECHTSORGANEN BLUTFÜLLE ZEIGT, ES ABER NICHT ZU EROTISCHER BEGEGNUNG [SIEHE GEN 3,16] MIT DEN BLUT-RÜCKFLUSS WIEDER ERMÖGLICHENDER SAKRAL-EKSTASE KOMMT, DANN MAG, ALS INNERWELTLICH-PRAGMATISCHE NOTLÖSUNG, SCHAMHAFTES VERBERGEN ANGEBRACHT ERSCHEINEN (Gott, der Herr, machte Adam und seiner Frau Röcke aus Fellen und bekleidete sie damit. [Gen 3,21] )

 

 

ALLERDINGS: IN EROTISCHER HINSICHT  BLEIBT DAMIT DIE SITUATION ZIEMLICH AUSSICHTSLOS ...

Er vertrieb den Menschen und stellte östlich des Gartens von Eden die Kerubim auf und das lodernde Flammenschwert, damit sie den Weg zum Baum des Lebens bewachten (Gen 3,24)

Dies auch  insoferne als Beschämung aus einer  Subjekt-Objekt-Relation herrührt,

die sich sowohl innerhalb eines Menschen als auch zwischenmenschlich ereignen kann

Daher ergibt sich, dass auf der

SUBJEKT-OBJEKT-RELATION BERUHENDE ZERFALLENHEIT

(ob durch einen selbst oder im zwischenmenschlichen Kontakt erfolgend)  

DIE EIGENTLICHE ERMÖGLICHUNG DER SCHAM ist.

 

sondern es braucht das Hineinfallen-Lassen (to fall in love) in das 

 

in dem stattfindet eine

WANDLUNG 

 

DER ALS ÜBERDECKUNG VERSTANDENEN SCHAM IN GEHEIMNISVOLLE IMMUNITÄT 

 

Dies insoferne als weder eine 'Abschaffung' der Scham noch deren Überbetonung dem kontingenten Charakter des Lebens entsprechen.

Vielmehr geht es um eine Kombination von Verbergen und Aufdecken ...

... und das nicht nur in psychischer Hinsicht, sondern leiblich-ganzheitlich

Dafür geeignet erscheint die

SYMBALLESTHAI-BEHANDLUNG DES TYPS B

... die es A.) UNSEREM HERZBEUTEL ERMÖGLICHT

einerseits

UNS (AUCH GEGENÜBER DER VON UNS SELBST KOMMENDER) OBJEKTIVIERENDER BESCHÄMUNG ABZUSCHIRMEN;

andererseits ermöglicht,

DASS WIR UNSERE HERZENS-SACHEN NACH AUSSEN HIN ARTIKULIEREN KÖNNEN.

Es braucht also eine salutogene Bewältigung bzw. Nutzung des etwa im schamhaften Erröten sich zeigenden STOCKEN DES BLUTKREISLAUFS VOM ARTERIELLEN INS VENÖSE SYSTEM

 

DAHER  ERSCHEINT INDIZIERT EINE BEHANDLUNG DES

 PERIKARD

die orientiert wird an dem "chinesischen Organbegriff der Herzhülle",

der "umfasst, anatomisch gesehen, den Herzbeutel oder das Perikard und, funktionell gesehen, den Blutkreislauf und alle Hormone und Regulationsmechanismen, die über eine Weiter- oder Engstellung der Gefäße und über eine Erhöhung oder Verringerung des Plasmavolumens den Kreislauf erhalten und steuern.

...

In der chinesischen Tradition wird die Herzhülle als erster Minister oder Kanzler des Feuerprinzen bezeichnet, als sein Leibwächter, als Beschützer des Herzens, als sein Schloss. Seine Aufgabe ist es, den Prinzen vor Schaden und Niederlage zu bewahren, seine Weisungen an seine Hofbeamten und Untertanen weiterzugeben und den Prinzen über ihr Wohlergehen Bericht zu erstatten.

Die Herzhülle vermittelt die Impuls des Herzens und des Shén -des Bewußtseins, des Geistes, des Esprit- an die Umgebung und nimmt Anerkennung, aber auch Klagen, Kritik und Beschwerden entgegen. Die Herzhülle ist der Mittler zwischen Innen und Außen, zwischen Außen und Innen. 

Ihre psychische Funktion ist die Kunst des Liebens - Liebe annehmen zu können und Liebe zu geben, Wärme auszustrahlen und sich selbst und anderen gegenüber großzügig zu sein." [5]

Durch eine Behandlung des ganzheitlich verstandenen Perikards kommt es u.a. eben zu einer Beeinflussung der Regulation von Kreislauf und Blutdruck, wozu die "Pressorezeptoren, das Kreislaufzentrum in der Medulla oblongata, Adrenalin, Noradrenalin, Acetylcholin und das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System zählen".[5]

Leiblich erlebbar wird der Perikard-Meridian in der manchmal als Gebetshaltung der ausgebreiteten Arme bezeichneten Position. Sie zeigt die Essenz des "Meisters des Herzens": "Offenheit, Wärme, die Bereitschaft zu geben, wie auch die Bereitschaft von anderen Helles und Dunkles anzunehmen. Diese Haltung kann ... helfen, diese Eigenschaften zu entwickeln." [9]

 

  

... die es B.) UNSEREM VEGETATIVEN SYSTEM ERMÖGLICHT

einerseits

DIE MIT DER OBEN ANGESPROCHENEN VERDECKUNGSTENZENZ DER SCHAM EINHERGEHENDE FIXIERUNG  AUF DAS ALS ZU VERBERGEND ERACHTETE ZU RELATIVIEREN

andererseits

VITALFUNKTIONEN (wie Regelung der beim Erröten vorliegenden partiellen Erhöhung der Körpertemperatur [44]) ALLOSTATISCH zu HALTEN

 

 

DAHER  ERSCHEINT INDIZIERT EINE BEHANDLUNG DES

DREIFACHEN ERWÄRMERS

der die KOORDINATION DER ORGANE DES BRUST-, BAUCH- UND BECKENRAUMS ERMÖGLICHT 

(SO BEISPIELSWEISE DIE ABSTIMMUNG DER ATEMTIEFE UND -FREQUENZ AUF DEN VERDAUUNGSPROZESS ODER DIE FORTPFLANZUNG)

 

Der Dreifache Erwärmer [33] "ist der komplexeste und daher auch am leichtesten aus dem Gleichgewicht zu bringende Funktionszusammenhang des gesamten Organismus. In den klassischen Texten erscheint er als der Außenminister des Feuers, als  der Schützer von Yáng- und Yin-Organen, als der Energieminister, der die Herstellung der verschiedenen Arten des Qi ... überwacht und ihre Verteilung im Körper gewährleistet. [6]

Leiblich erlebbar wird der Dreifache Erwärmer, wenn man die Position eines Vogels im Flug einnimmt. "Sie versinnbildlicht die Essenz des Dreifachen Erwärmers: die Koordination von Brust, Bauch und Becken, von Atmung, Verdauung und Sexualität." [8] 

 

ZUSAMMENFASSEND ERGIBT SICH SO FÜR EINE SALUTOGENE FORMUNG DER SCHAM

Behandlung des TYPs B :

PERIKARD#KREISLAUFSEXUS - SYMBALLESTHAI-MASSAGE

 wandelt

SCHAMBESETZTE  GEWEBS-VERKLEBUNG

mittels

VASALER   RESILIENZ

in

GEHEIMNISVOLLE  IMMUNITÄT

In den dafür adaptierten Formen der

KLASSSICHEN MASSAGE

SEGMENT-MASSAGE

MANUELLEN LYMPHDRAINAGE

FUSSREFLEXZONEN-MASSAGE

AKUPUNKT-MERIDIAN-MASSAGE

erfolgt zunächst

 

[1] Wurmser Léon, Die Maske der Scham. Die Psychoanalyse von Schamaffekten und Schamkonflikten. Springer, Berlin/Heidelberg/New York 1997, ISBN 978-3-642-80458-8, S. 25  [abgerufen am 15. September 2019].

(Art. "Scham" in wikipedia, abger. 17.12.2020)

Allerdings kommt es im Laufe des Lebens zu einer Ausdifferenzierung dieser Fähigkeit, die Léon Wurmser Scham als „in ihren typischen Grundzügen komplex und variabel, viel eher eine Palette von eng verwandten Affekten als ein simpler, klar abgegrenzter Affekt“ bestimmen lässt. [1]

 

[4] Art. Scham in wikipedia Abfr. 20.1.21

[5] Eckert, Tao der Akupressur und Akupunktur, 225

[6] Eckert, Tao der Akupressur und Akupunktur, 234 

 

[8] Eckert, Das heilende Tao, 47

[9] Eckert, Das heilende Tao, 45

[10] Grund-Wittenberg Alexandra, Verborgenheit und Ambivalenz der Scham. Zur Einführung in diesen Band, p.2, in:

Die verborgene Macht der Scham: Ehre, Scham und Schuld im alten Israel, in seinem Umfeld und in der gegenwärtigen Lebenswelt,

hrsg. Alexandra Grund-Wittenberg, Ruth Poser, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2018, ISBN: 3-788732474, p. 1-18

[11]  "Scham ist eine Emotion, die jeder kennt und die Menschen im Innersten verletzt und bedroht.

Daher wird selten über sie gesprochen.

Dabei hat Scham viele Gesichter: Selbst so extreme Taten wie sogenannte 'Ehrenmorde' und Selbstmordattentate beruhen auf dem Mechanismus von Scham und Schamabwehr." [11]Marks Stephan, Scham - die tabuisierte Emotion. Patmos Vlg. 2011, ISBN-10384360052X, Klappentext

[12] Baer Udo, Frick-Baer Gabriele, Vom Schämen und Beschämtwerden, Beltz Vlg. 2008, Weinheim und Basel , 10

[20] Leider missversteht Marks die 'Scham' betreffenden Partien von Gen 2 und 3 als Hinweis auf "Intimitäts-Scham" [Marks Stephan, Scham-die tabuisierte Emotion, Patmos Verlag 2021, ISBN 978-3-8436-1307-1, S. 23].

[22] Was 'Vergegenständlichung' in politisch-missbräuchlicher Hinsicht meint macht Salman Rushdie in 'Scham und Schande' deutlich. Die Scham wird verglichen: "sagen wir ein süßes, schäumendes, Karies verursachendes Getränk, das aus Automaten gezogen wird. Sie drücken den richtigen Knopf, und ein Becher plumpst unter einen pissenden Strahl der Flüssigkeit." (Rushdie Salman, Scham und Schande, München: Piper 1990, 145 f.- zit. nach nach Marks Stephan, Scham-die tabuisierte Emotion, Patmos Verlag 2021, ISBN 978-3-8436-1307-1, S. 48). Wie Rushdie weiter schreibt, geschehen viele schamvolle Dinge wie Lügen, Betrügen, Misshandlungen, Pfuschen und vieles mehr. Aber diejenigen, die dies getan haben, trinken die bestellte Flüssigkeit nicht aus, sondern verschütten sie auf dem Boden. All diese Scham, die keiner will, zu der sich keiner bekennt, wird dann von den 'Hausmeistern des Unsichtbaren' aufgewischt; 'deren Seelen die Eimer sind, in die aus Wischgummis das-was-verschüttet-wurde tropft. [...] und wir haben keine sehr hohe Meinung von ihnen, obwohl sie unser Schmutzwasser aufnehmen." (Rushdie Salman, Scham und Schande, München: Piper 1990, 145 f.- zit. nach nach Marks Stephan, Scham-die tabuisierte Emotion, Patmos Verlag 2021, ISBN 978-3-8436-1307-1, S. 48). 

So gibt es in vielen Gesellschaften jeweils Minderheiten, die all die Scham-die-keiner-will verkörpern." [Marks Stephan, Scham-die tabuisierte Emotion, Patmos Verlag 2021, ISBN 978-3-8436-1307-1, S. 48]

Marks pointiert die obigen Passagen anschließend indem er auf die "Gefäß-Metapher [zurückkommt]: Wenn ein Gefäß enger wird, dann steigt der Pegel umso mehr und die Scham bekommt erst recht ihre überflutende und somit traumatische Qualität.

Wenn aber die Beratung wie ein großes Gefäß ist, in dem die Scham sein darf, dann sinkt der Pegel. Es ist dieselbe 'Menge' an Scham, aber sie hat ihre überflutende Qualität verloren und wir können gemeinsam neugierig sein, was ihre Botschaft ist." (Marks Stephan, Scham-die tabuisierte Emotion, Patmos Verlag 2021, ISBN 978-3-8436-1307-1, S.53).

Dabei übersieht er allerdings, dass 'die Scham' aus einem großen Automaten gezogen wird - wobei es besondere Leute gibt, die -im Unterschied zu anderen- per Knopf-Auswahl bestimmen, was (und auch: wieviel) an bereits im Automaten vorhandener  'Scham'  publiziert werden soll.

[23] Pfau Bolko sieht in Sartres Analyse der Scham eine "Ontologie der Scham, welche Sartre aus der Subjekt-Objekt-Spannung ableitet" (Pfau Bolko, Scham und Depression. Ärztliche Anthropologie eines Affektes, Schattauer Vlg., Stuttgart 1998, ISBN 3-7945-1878-0, S.9)

[24] Unter der Überschrift "Existenzscham" bringt Bammel Christina-Maria, Aufgetane Augen - Aufgedecktes Angesicht. Theologische Studien zur Scham im interdisziplinären Gespräch [= Öffentliche Theologie 19], S.26-27 folgenden Hinweis:

"1925 notiert Paul Häberlin in seinen Studien über das Gute zum Wesen Scham: "Scham ist immer die Abneigung gegenüber das blosse Ichsein, gegen die nackte Subjektivität. Darum empfinden wir Scham, wo immer die eigene Ichheit unverhüllt uns entgegentritt. da wir -übrigens gerade aus Scham- gewohnt sind, sie vor uns selbst möglichst geheim zu halten, so pflegt sie, die nackte Ichheit, uns erst dann eindrücklich zu werden, wenn andere sie bemerken und wir sie im Spiegel des fremden Auges wahrnehmen. ... Wir schämen uns unserer Blöße, Körperliche Blöße ist nur das Symbol der nackten Ichheit, der unverhüllten Subjektivität. Wir empfinden, vom Einheitsinteresse aus, die triebhaft sich gebärdende Ichheit als nicht sein sollend, als etwas, dessen man sich schämen und das man zu verbergen trachten muss. Woher käme es denn sonst, dass die Menschen sich so sehr verschließen und dass sie sich so ungern in ihr 'Inneres' schauen lassen - dass sie solche Künste anwenden, um den Schein zu wahren, den Schein, dass sie nicht eigensüchtige Ichheiten seien! Scham über die Existenz als Ich, Scham über das nackte Leben. (Häberlin Paul, Das Gute, Basel 1927, 23)"

Die Bammel'sche Einordnung des Häberlin-Zitats als "Existenzscham" ("Die bloße Existenz, die Existenz als Blöße, hat eine Wurzel, die in tiefste, nicht unmittelbar auftretende Scham hineinreicht." [a.a.O., 27]) scheint allerdings gerade in theologischer Hinsicht fragwürdig. nämlich insoferne als Scham eben erst nach dem Sündenfall auftritt.

[25] Tiedemann Jens L., Scham, Psychosozial-Verlag 2013, ISBN 978-3-8379-2229-5, S.7

[26] Pfau Bolko, Scham und Depression. Ärztliche Anthropologie eines Affektes, Schattauer Vlg., Stuttgart 1998, ISBN 3-7945-1878-0, S.6

[27] Interview in: DiePresse. Dienstag 7.Juni 2022, S.17

[28] Presse-Meldung  vom 24.Mai 2022

[29] "In seinen frühen Arbeiten bestimmt Freud die Scham:

1. eindeutig als Affekt innerhalb eines sozialen Kontextes und setzt sie mit der Angst vor Bewertung gleich,

2. als ein Motiv für Abwehr, das heißt als affektive Erfahrung,

3. als eine Methode der Abwehr, als Reaktionsbildung im Dienst der Verdrängung sowie

4. in Verbindung zu´m Narzissmus und zu Idealen.

Diese Ambiguität (Scham als Affekt, als Motiv und Methode der Abwehr, als Symptom) zieht sich durch Freuds Werk Werk und findet sich auch bei den meisten Autorinnen und Autoren, die sich nach ihm mit dem Thema der Scham befasst haben." (Tiedemann Jens L., Scham, Psychosozial-Verlag 2013, ISBN 978-3-8379-2229-5, S.17)

[30]  Diesbezüglich hilfreich ist eine ANTHROPOLOGISCHE  ABKLÄRUNG DER SCHAM, 

die mit erkenntnistheoretischen Hinweisen einsetzen kann: 

"Über Schamanlässe oder Schaminhalte erschließen sich – selbst wenn ein weitgehend umfassender Katalog aufgestellt werden könnte – zunächst einmal bloß situationale ‚letzte‘ Auslöser für Schamerlebnisse, die in gewisser Weise zufälligen Charakter haben.

Soll jedoch nach den generellen Bedingungen der Scham geforscht werden, muss ein grundsätzlich anderer Weg eingeschlagen werden. Dieser Weg wählt den Ausgangspunkt der Untersuchung nicht in der jeweiligen Situation mit ihren konkreten schamauslösenden Anlässen, sondern beim Menschen.

Er richtet sich primär auf die Frage, was der Mensch für ein Wesen ist, dass er sich überhaupt schämen kann. Er zielt auf das Subjekt der Scham, den Menschen, sowie auf seine Existenzweise, auf die Weise, wie er sich grundsätzlich zu sich selbst und zu seiner Umwelt verhält." (Lietzmann Anja, Theorie der Scham. Eine anthropologische Perspektive auf ein menschliches Charakteristikum. Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades Doktor der Sozialwissenschaften in der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften der Eberhard-Karls-Universität Tübingen 2003, 16)

Lietzmann verweist dbzgl. auf Helmuth Plessner. In seinem Hauptwerk von 1928 „Die Stufen des Organischen und der Mensch“ ersetzt er den, sich leicht dem Metaphysikverdacht aussetzenden, Begriff des menschlichen „Wesens“ durch den Begriff der menschlichen „Existenzweise“. Diese bestimmt er als „exzentrische Positionalität“. Der Mensch ist das Wesen, das exzentrisch positioniert ist. (Plessner Helmuth, Die Stufen des Organischen und der Mensch. Einleitung in die philosophische Anthropologie, Berlin / New York 1975, 292; zit. nach Lietzmann 16-17) 

[31] JHWH (hebräisch יהוה) ist der unvokalisierte Eigenname des Gottes Israels im Tanach. Zu Beginn der Zehn Gebote stellt dieser Gott sich seinem Volk wie folgt vor:

אנכי יהוה אלהיך אשר הוצאתיך מארץ מצרים מבית עבדים

לא יהיה־לך אלהים אחרים על־פני     Ex 20,2–3

„Ich bin der HERR, dein Gott, der ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Sklavenhaus, herausgeführt habe.

Du sollst keine andern Götter haben neben mir.“ – Ex 20,2–3 

In der Bibel ist JHWH der gnädige Befreier und gerechte Bundespartner des erwählten Volkes Israel und zugleich der Schöpfer, Bewahrer, Richter und Erlöser der ganzen Welt.

(https://de.wikipedia.org/wiki/JHWH; Abfr.8.6.2022)

[32] Zwar lautet häufig die Erläuterung dieses Werks von Rizzo: "Adam und Eva im Paradies". Allerdings (wenn man nämlich berücksichtigt, dass sich diese Skulpturen an einem Gebäude,  an dem über Schuld/Un-Schuld entschieden wurde, aus dem die Seufzerbrücke ins Gefängnis führt, befinden) werden Mann und Frau  in einer Situation gezeigt, in der eben nicht mehr paradiesische Zustände herrschen.

Groupe sculpté La Chute d'Adam et Ève, œuvre réalisée par Antonio Rizzo en 1476 ornant le dessus du chapiteau de l'angle sud-ouest du Palais des Doges à Venise).

(Bild: Author Jean-Pol GRANDMONT; https://de.wikipedia.org/wiki/Erbsünde; Abfr. 3.3.2022]

[33] "San Jiao bedeutet „Drei, die brennen...“. Er ist ein 3-geteiltes funktionelles System ohne ein eigenes Organ und koordiniert die energetischen Yang-Wärme-erzeugenden Funktionskreise der Organe in Brust, Bauch und Unterbauch. Er reguliert dabei den Wasserhaushalt, indem er an Transformation, Verdampfung, Verteilung und Ausscheidung der Körperflüssigkeiten beteiligt ist und gewähreistet auch die Regulation der Verdauung mit Aufnahme von Nahrung und Getränken, Umwandlung, Produktion, Transport und Ausscheidung. Er reguliert dabei die Synthese von Ying-Qi und Wei-Qi für Ernährung und Abwehr. Er ist der Passageweg für das Ursprungs-Qi, die „Wurzel“ des Lebens. Auch kontrolliert er alle Hohl-und Zwischenräume im Körper und verbindet so alle Körperregionen miteinander." (Reis Arnfried, San Jiao — der Dreifache Erwärmer,  Zusammenfassung, in: Akupunktur & Aurikulomedizin | Ausgabe 1/2021)

[34] Rytina Susanne, Der eingebildete Makel, 32, in Psychotherapie heute. Seelische Erkrankungen und ihre Behandlung im 21. Jahrhundert, hrsg. von Christiane Gelitz, Schattauer 2012, ISBN 978-3-7945-2867-7, S. 32-38

[35] Rytina Susanne, Der eingebildete Makel, 32, in Psychotherapie heute. Seelische Erkrankungen und ihre Behandlung im 21. Jahrhundert, hrsg. von Christiane Gelitz, Schattauer 2012, ISBN 978-3-7945-2867-7, S. 32-38

[44]"Eine typische Begleiterscheinung des Schamgefühls ist die Schamröte, eine Reaktion des vegetativen Nervensystems, die eine verstärkte Blutzufuhr im Gesicht verursacht und es erröten lässt. Als innerlich wahrnehmbare und nach außen sichtbare Reaktion kann das Bewusstsein, rot geworden zu sein, die Schamempfindung noch verstärken. Im Allgemeinen scheinen Kinder und Jugendliche schneller rot zu werden als Erwachsene, doch nicht alle Menschen erröten, wenn sie Scham empfinden. Auch ein besonders breites Grinsen oder verlegenes Lachen gelten als mögliche Anzeichen der Scham. Weitere Körperreaktionen akuter Schamgefühle können Stressreaktionen wie ein erhöhter Puls, Schweißausbrüche, Schwindel und Herzklopfen sein.

 Wird im Bereich der Körpersprache der Blickkontakt unterbrochen, kann das Schamgefühle signalisieren. Sie können von Gesten begleitet werden, wie das Senken der Kopfes oder das Verbergen der Augen mit den Händen. Im Internetjargon ist diese Geste als Facepalm bekannt und wird in Memes und als Emoticon genutzt, um Fremdscham auszudrücken. Die Körperhaltung tendiert dazu, sich zusammenzurollen und den Körper kleiner erscheinen zu lassen. Gestik und Gang sind oft gehemmt und können durch drehende, ausweichende Bewegungen einem Davonschleichen und Hinauswinden gleichen. Die Intensität, mit der das Erleben von Scham beginnt, kann zu einem Verlust der Geistesgegenwart führen, sodass die Sprache stockt oder es zum Stottern kommt." [45] Hingegen hat "Freud bezüglich des Schamaffekts nicht nur einen theoretischen, sondern vor allem einen persönlichen 'blinden Fleck' gehabt. (Tiedemann Jens L., Scham. Psychosozial-Verlag 2013, ISBN 978-3-8379-2229, 5.19) "... Gebiete auf denen Freuds Schamvulnerabilität deutlich gemacht werden könnte: die Scham über die ärmlichen Verhältnisse, aus denen seine Familie stammte, seine enttäuschenden Beziehungen zu männlichen Kollegen, die Angstgsymptomatik, seine sexuellen Schwierigkeiten, seine Kokainsucht, seine langjährige Krebskrankheit etc. All dies deutet darauf hin, dass Freud durch aus eiun Mensch war, der Schamgefühle von sich selbst gekannt haben muss. Die Institutionalisierung der Blickvermeidung durch die Couch, die für Freud persönliche Gründe hatte, da er es nicht aushielt, angestarrt zu werden, weist auf Freuds eigene Geheimhaltungstendenz und Schamverletzlichkeit hin." (Tiedemann Jens L., Scham. Psychosozial-Verlag 2013, ISBN 978-3-8379-2229, 5.22)