"Sexuelle Frustration ist in unserer Bevölkerung häufiger anzutreffen, als man glaubt. In der gynäkologischen Praxis vergeht kaum ein Tag, ohne dass Patientinnen -meist verschämt- darüber klagen." [Huber Johannes, HormonTherapie, Wie Hormone unsere Gesundheit schützen, Heinrich Hugendubel Verlg., Kreuzlingen/München 2007, ISBN 978-3-7205-5004-8, S.59]

Huber fügt an: "Viele Frauen scheuen sich, offen darüber zu reden." (Huber S.59)

Eigentlich ist diese Scheu nicht verwunderlich; denn: "Die Unfähigkeit vieler Menschen, aufeinander einzugehen, zwischenmenschliche Probleme und charakterliche Schwächen sind wohl die innersten Gründe für Libidoverlust und Anorgasmie."(Huber, S. 59) Wer also mag schon zwischenmenschliche Probleme und charakterliche Schwächen zuzugeben? Ist es da nicht besser-eben, weil mein sein Ansehen nicht verlieren will-, den Mantel der Scham darüber zu legen? - Allerdings:  weiter in sexueller Frustration zu leben... 

Wäre es daher nicht angebracht, über Verwendungen der Scham, die ein Problem verbergen, nachzudenken? Eine solche Scham sollte daher -so wird man schlussfolgern können- von ihrer missbräuchlichen Verwendung zum Verdecken von Problemen purifiziert werden.

Vielleicht wird die missbräuchliche Verwendung der Scham bezüglich sexueller Frustration auflösbar durch folgenden Hinweis Hubers: "Neben den weiblichen Hormonen nimmt um die fruchtbare Zyklusmitte noch ein anderes Hormon zu, von dem man es zunächst nicht glaubt: das männliche Hormon Testosteron. Im weiblichen Körper werden, wie wir wissen, auch Androgene gebildet. ...Am Tag des Eisprungs, der auch die höchste Östrogenproduktion ausweist, verdoppelt sich die Menge des Testrosterons ...ein großer Teil der Endokrinologen vertritt heute die Meinung, dass Androgene auch bei der Frau eine Funktion ausüben: nämlich ihren Sexualtrieb zu steigern oder gar erst zu wecken." (Huber, S.61) Es braucht also die Gleichzeitigkeit/ Symballesthai männlicher und weiblicher Sexualität und nicht die Addition des Männlichen und Weiblichen. Mythologisch wird diese Gleichzeitigkeit angesetzt, als vom Gott Eros ermöglicht.

 

"Ich [Strodmeyer Werner, Scham und Erlösung. Das relational soteriologische Verständnis eines universalen Gefühls in pastoraltherapeutischer Hinsicht, Ferdinand Schöningh, Paderborn u.a.,  2013, ISBN 978-3-506-77876-5, S 27] beginne mit der Selbsterfahrung. Nach einer mich am Ende traumatisierenden Serie von Demütigungen, einer Beschämungsserie, half mir(auch) das erlösende Sprechen von Gott wieder auf die Beine, d.h. die heilsame Wirkung war nicht zu überspüren, die Scham nahm ab. Jedoch, der Preis war hoch: Das zusagende, eröffnende, hinweisende und ermöglichende Sprechen von Gott führte immer wieder über die Erinnerung des Erlebten in die Vergägenwärtigung von schier unaushalbaren Scham- und Schuldgefühlen. Wie eine psychische Vernichtung erlebt, musste ich mir mein Existenzrecht ganz neu erwerben - auch vor Gott. Gerade bei den öfentlich gesprochenen Wörtern wie 'Gnade', 'Erbarmen' und 'Erlösung' im gottesdienstlichen Kontext musste ich wie grundlos weinen, sie wurden für längere Zeit zu Trigger-Vokabeln, sie überraschten und überwältigten mich jedes Mal wie ein Überfall, ein wie ein unendlicher Schmerz meldete sich und ich fühlte Schuld und Scham in nie gekannter Intensität."

Wie also aus diesen Trigger-Vokabeln  heraus-steigen, ek-stasieren? Wie diese Spannung ("Gleichzeitig hatte ich unendliche Sehnsucht nach dem Ankommen des heilenden Wortes bei mir und konnte es doch lange nicht ertragen ... "[S 27]) fruchtbar machen? Strodmeyer schlägt vor, eine " 'Empirische Soteriologie' als Suche nach Alltagsanaloga für Erlösung" (S 31ff). Anzufügen ist m.E., dass Soteriologie gemäß dem Johannes-Prolog das Wort Fleisch werden lassen sollte. D.h., dass Worte wie Erlösung zu Verben werden sollten, die konkretes, leibliches Handeln meinen.

Bei vorzeitigem Samenerguß, Samenerguß im Schlaf, sexueller Getriebenheit wird empfohlen Ren Mai 2 ("Schambein")-Akupressur: Sie bewirkt eine  " 'wässrige, süße Entspannung', man lässt sich fallen, lässt sich treiben- 'wie in einem Kahn auf einem Teich'. Andererseits regt er den Fluss des Qi im Ren Mai an, wirkt energetisierend. 

Die Töpferei der Mochica in Peru zeigte ebenfalls Sexszenen, mit denen aber ein anderer Zweck als bei anderen Kulturen verfolgt wurde. Die Mochica glaubten, dass die Welt der Toten das genaue Gegenteil zur Welt der Lebenden sei. Deshalb schufen sie für Beerdigungen Gefäße, die sexuelle Handlungen wie Masturbation, Fellatio und Analverkehr zeigten, die keinen Nachwuchs zur Folge hatten. In der Welt der Toten sollten sie die gegenteilige Bedeutung annehmen und in Fruchtbarkeit resultieren. Wikipedia Art. Erotik abfr. 8.9.22

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Damit angesprochenin werden soll das ursprüngliche Verständnis des Gottes Eros in der griechischen Mythologie: Eros (altgriechisch Ἔρως Érōs [ěrɔːs] [ihm entspricht in der römischen Mythologie Amor, der als Personifikation der erotischen Begierde auch Cupido („Begierde“, „Leidenschaft“) genannt wird] als Urmacht, als Schöpfer und – bei Parmenides – als erster der Götter. Daneben war auch ein anderes Bild von ihm verbreitet: Eros als verspielter, mutwilliger Knabe. Diese Gestalt und Auftretensweise des Liebesgottes dominierte in der Literatur und bildenden Kunst des Hellenismus. Der Unterschied zwischen der machtvollen Schöpfergestalt älterer Quellen und dem kindlichen, aber auf seine Art ebenfalls mächtigen hellenistischen Eros und die Bedachtnahme, dass Eros im Kult zwar kaum eine Rolle gespielt hat, er aber seit der Antike eine der beliebtesten mythischen Figuren in Literatur, bildender Kunst und Musik ist, regt an, differenzierend nach einer Erotik zu fragen, die -als ganzheitliche- schöpferisch wirksam wird und eine, der es um 'bloße Sexualität geht'.

Die Berechtigung dieser ganzheitlichen Sicht wird erkennbar u.a. beim Erröten, der "auffällige[n] emotionsbedingte[n] Verfärbung der Wangenpartie in einer Konfliktsituation (Konfliktverhalten) speziell bei Scham oder sexuell bedingter Verlegenheit. Neurale Impulse, ansonsten für die Regulierung des Gefäßtonus zuständig, führen zu einer vegetativen Gefäßerweiterung. Das Erröten beginnt in der Wangenmitte (Wange) an zwei definierten Punkten und breitet sich über die übrige Wangenoberfläche aus. Nimmt die Erregung zu, so greift das Erröten auf andere Hautpartien wie Hals, Nase, Ohrläppchen bzw. das ganze Gesicht und den oberen Brustbereich über. Die Emotionsforschung deutet das Erröten als täuschungssicheres Emotionssignal im Sozialverband (attraktives Verhalten, Transparenz) und ordnet es als Verknüpfung emotionalen Erlebens mit einem unwillkürlichen mimischen Ausdruck (Mimik) zwei unterschiedlichen Bereichen zu: a) der Reaktion auf das Werben und Flirten eines (potentiellen) Sexualpartners (Flirtverhalten, Werbeverhalten), b) der Reaktion auf eine peinliche und beschämende Erkenntnis nach Einsicht in einen unbeabsichtigten, da versehentlich inadäquat beeinflußten Situationsverlauf. In beiden Fällen ist das Erröten von einem erhöhten Puls, Schweißausbrüchen und dem Abbruch des Blickkontakts verbunden. Die Wahrnehmung, zu erröten, wirkt wiederum beschämend und kann zu einem circulus vitiosus aus Errötungsangst (Erythrophobie) und erneutem Erröten führen. (Lexikon der Biologie, Art. "Erröten)

 

Lexikon der Biologie, Art. "Transparenz"

Humanethologie: unmittelbares und ehrliches Zeigen eigener innerer Stimmungen (Mimik) sowie Unmittelbarkeit und Ehrlichkeit verbaler Mitteilungen (R. Frank). Transparenz hat eine große, das soziale Zusammenleben regulierende Bedeutung: Sie hilft, Bindungen und Vertrauen zu stiften und zu festigen, Mitmenschen besser einzuschätzen und gemeinsame Aktivitäten zu synchronisieren. Wir alle reagieren in unserem sozialen Umfeld auf mimische und verbale Unehrlichkeit sehr empfindlich (attraktives Verhalten, soziale Attraktivität). Erröten, nonverbale Kommunikation. 

 

Lexikon der Biologie,  Art. "Konfliktverhalten

Konfliktverhalten, Verhalten, das auftritt, wenn (zwei) konkurrierende Verhaltenstendenzen gleich stark motiviert (Motivation) sind, die sich normalerweise ausschließen (einige Verhaltensbereiche sind gleichzeitig miteinander vereinbar, z.B. das Atmen). 

Ist es nicht vielmehr häufig so, dass -um auf das eingangs gebrachte Zitat zum Scham-Erleben zurückzukommen-

 

 

PARADIESISCH-EROTISCHES NACKT-SEIN (OHNE SCHAM)

DURCH -SICH GÖTTLICH-ABSOLUTE BEWERTUNGS-QUALITÄT ANMASSENDE-

OBJEKTIVIERUNG DES LEBENDIGEN (= BESCHÄMUNG)

ZUR NACKT-HEIT, DERER MAN SICH SCHÄMT, GEWORDEN IST

 

Mit "sich schämt" scheint der SCHAMAFFEKT und damit: SCHAM angesprochen zu sein. Doch:"Was beinhaltet die weite Kategorie der "Scham" wirklich? Ist sie ein spezieller Affekt oder eine Angstform, ein Charakterzug, ein Symptom oder "eine klar differenzierte Form von innerer Spannung"? (Piers G., Singer MB, Shame and guilt: a psychanalytic and a cultural study, Norton New York 1971) Oder ist sie eine äußere Situation?

Offensichtlich umfasst Scham das alles: Scham ist eindeutig ein affektiver Zustand, entweder kurzlebig oder anhaltend. Sie kann so anhaltend sein, dass sei zu einer affektiven Haltung wird. Eine spezielle Form der Angst ist ein inhärenter Teil dieses Affekts, aber Scham und Angst können nicht einfach gleichgestellt werden, auch kann die eine nicht unter die andere subsumiert werden. Wenn Scham die typische stereotype, zwanghafte Qualität eines neurotischen Phänomens annimmt und ohne adäquaten Bezug zur äußeren Realität erscheint, dann ist sie Symptom (...) Darüber hinaus spiegelt Scham, wen  sie gemäß der Strukturtheorie analysiert wird, wie andere Affekte auch, eine Spannung zwischen verschiedenartigen strukturellen Elementen (Piers und Singer 1971, S.503-504) wider - zwischen dem Ich-Ideal (was man sein möchte) und dem Ich (wie man sich wahrnimmt)."(Léon Wurmser, Die Maske der Scham. Die Psychoanalyse von Schamaffekten und Schamkonflikten, Springer Vlg. Berlin u.a., 3.Aufl., ISBN 3-540-633, S. 72-73). In differenzierende Terminologie gegossen erläutert Wurmser "Schamangst", den "eigentlichen Schamaffekt" und "Schamhaftigkeit" (pudor, aidos[grch.])

Diese Spannung muss -wie Pfaller herausstellt- kann (zumindest auch) zwischen Unter-Ich und Ich bestehen.

SCHAM ALS SPANNUNG HEISST ZUNÄCHST: ICH BIN ZERFALLEN, HIN- UND HER-GERISSEN ... .  DANN ABER AUCH -WIE WURMSER UNTER "SCHAMKONFLIKTE IN DER KULTUR" ERLÄUTERT-: "VERDRÄNGUNG DER SEXUALITÄT" (Léon Wurmser, Die Maske der Scham. Die Psychoanalyse von Schamaffekten und Schamkonflikten, Springer Vlg. Berlin u.a., 3.Aufl., ISBN 3-540-633, S.105-106)

 

"Die zentrale These dieses Buches  (Léon Wurmser, Die Maske der Scham. Die Psychoanalyse von Schamaffekten und Schamkonflikten, Springer Vlg. Berlin u.a., 3.Aufl., ISBN 3-540-633) ist, dass schwere Psychopathologie zu einem beträchtlichen Teil Schamkonflikte enthält, diese gleichzeitig aber auch maskiert und dass sie die Traumata, die ein sengendes Gefühl des Liebesunwertes verursacht haben, ungeschehen zu machen sucht und sie doch auch weiterwirken läßt - in zahllosen vergeblichen Versuchen, Liebe und Anerkennung wiederherzustellen." (Léon Wurmser, Die Maske der Scham. Die Psychoanalyse von Schamaffekten und Schamkonflikten, Springer Vlg. Berlin u.a., 3.Aufl., ISBN 3-540-633, S. 302)

 

DEMENTSPRECHEND BESTEHT DIE AUFGABE DER PURIFICATIO BLUTGEFÄSSVERPRESSENDER SCHAM

IN DER 'ABWASCHUNG' IHRER FIXIERUNG AUF VERDECKUNG OBJEKTIVIERTER SEXUALITÄT

SODASS AUTHENTISCHES NACKT-SEIN MÖGLICH WIRD.

DAS 'WASCHMITTEL' FÜR DIE PURIFICATIO DER SCHAM ? DIE LEIBLICHE WAHRNEHMUNG, WIE SEHR MAN SICH SELBST UM DIE VASALE LEBENDIGKEIT GEBRACHT HAT UND DAS ENTSPRECHENDE BEDAUERN (= FRÜHER ALS 'REUE' BEZEICHNET)

 

 

Für Bammel Christina-Maria, die unter dem Titel "Aufgetane Augen - Aufgedecktes Angesicht" "Theologische Studien zur Scham im interdisziplinären Gespräch" (Gütersloher Verlagshaus 2005, ISBN-13: 978-579-05214-49) vorlegt, ergab sich die These, dass Scham theologisch gesehen ein principium concretionis des Verständnisses des Menschen in der Gottesbeziehung und in allen anderen Beziehungen ist, die das Menschsein des Menschen  ausmachen." (S.468) Allerdings übersieht sie (siehe dazu Fußnote 44 auf S.112), dass Adam und Eva im Paradies nackt waren - und sich nicht schämten.

Und genau darum geht es ...

Das mag im sozialen Leben pragmatisch brauchbar sein,

wird allerdings heftig in sexueller Hinsicht: WENN SICH IN DEN ERREGTEN GESCHLECHTSORGANEN BLUTFÜLLE ZEIGT, ES ABER NICHT ZU EROTISCHER BEGEGNUNG [SIEHE GEN 3,16] MIT DEN BLUT-RÜCKFLUSS WIEDER ERMÖGLICHENDER SAKRAL-EKSTASE KOMMT, DANN MAG, ALS INNERWELTLICH-PRAGMATISCHE NOTLÖSUNG, SCHAMHAFTES VERBERGEN ANGEBRACHT ERSCHEINEN (Gott, der Herr, machte Adam und seiner Frau Röcke aus Fellen und bekleidete sie damit. [Gen 3,21] )

ALLERDINGS WIRD SICH SO GELINGENDE EROTIK NICHT EREIGNEN ...

"Wir sind … Papst, Europa, Süden, IG-Metall, Familie, ORF,  ..." .

Auch wenn man es sich so wünscht:

LEIDER STIMMT DAS NICHT; UND: AUCH DANN NICHT, WENN ES AUF DER  FORMEL AUFBAUTE. 

                                                           'ICH' + 'DU' ≠ WIR

Denn: durch Addition entsteht keine Ganzheit.

WIE ABER ENTSTEHT DIESES 'WIR' ? 

Gut beobachtbar ist die Entstehung des "Wir haben gewonnen" etwa nach einem packenden, zur EKSTASE hinreißenden Fußballspiel: zunächst kommen Leute ins Stadion, von denen einander die meisten nicht kennen (soziologisch ist daher von einer "Klasse" zu sprechen); in einem mitreißenden Spiel werden sie zusammengeführt, nicht sie selbst führen sich  zueinander, sondern das Spiel zieht sie 'in seinen Bann'. Es ist also etwas Beziehungs-Stiftendes, das vorher einander nicht Bekannte vereint ...

DIESES BEZIEHUNG-STIFTENDE LÄSST SICH ALS EINE POTENZIELLE POTENZ ERLEBEN,

DIE SOWOHL AUS DEM "ICH" ALS AUCH AUS DEM "DU" HERAUS-STEIGEN,

ALSO EK-STASIEREN, LÄSST ...

UND -NICHT NUR DAS, SONDERN (WENN ES SICH NICHT BLOSS UM PROFANE EKSTASE HANDELT), SONDERN -WENN SICH

 

EREIGNET:

UND SICH SO AUS DEM IM "ICH" BZW. "DU" POTENTIELL VORHANDENEN EINE KREATIVE NEU-GESTALTUNG DER BEZIEHUNG ERGIBT.

 

Rainer Maria Rilke

Liebeslied

 

Wie soll ich meine Seele halten, daß
sie nicht an deine rührt? Wie soll ich sie
hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht' ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden, stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.
Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten eine Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Spieler hat uns in der Hand?
O süßes Lied.

* "Gott hat sich im Alten Testament als der geoffenbart, der einfach da ist: Ich bin da. Die Griechen haben das in ihre Philosophie hinein übersetzt: 'Ich bin der Seiende. Ich bin reines Sein.' Jesus selbst offenbart sich vor allem im Johannesevangelium immer wieder mit dem Satz: 'Ich bin.' Er ist einfach da.

In der Meditation, aber oft auch mitten im Alltag kann uns dieses Gefühl überfluten: Ich bin. " (Grün Anselm, Das kleine Buch der Lebenslust, hrsg. Anton Lichtenauer, Herder Freiburg-Basel-Wien 2004, ISBN 3-451-07027-8, S. 38-39)

 dein name werde geheiligt

      dein name möge kein hauptwort bleiben

      dein name werde bewegung

      dein name werde in jeder zeit konjugierbar

     dein name werde tätigkeitswort

     (Kurt Marti, dein name) (zit. nach Christlicher Glaube in moderner Gesellschaft, Teilband 31, Quellenband 1: Im Haus der                      Sprache. erarb. v. Werner Ross und Rudolf Walter, Herder 1983, S.308)

 

"Therapie und Religiosität sind miteinander identisch, falls beide als die Einstellung begriffen werden, durch die der Mensch sich den Selbstgestaltungsimpulsen wach und mithandelnd überläßt." (Schellenbaum Peter, Nimm deine Couch und geh!, Heilung mit Spontanritualen, Deutscher Taschenbuch Verlag München 1994, ISBN 3-466-30333-8, S. 48)

 

"Die Frage nach dem Selbstwert ist für mich letztlich immer auch eine religiöse Frage. Der Glaube will uns zeigen, wer wir eigentlich sind, woher wir unseren wahren Wert beziehen. Aber es genügt nicht, den Menschen nur zu sagen, sie sollten auf Gott vertrauen, dann  würden sie auch Selbstvertrauen finden. Die Frage ist, wie wir das Vertrauen auf Gott lernen können. Ein Appell zum Vertrauen schafft noch kein Vertrauen. Oft geraten fromme Menschen in den Teufelskreis, dass sie die Schuld für ihr mangelndes Gottvertrauen in ihrem zu geringen Beten sehen, dass sie sich deshalb Vorwürfe machen und dann versuchen, immer mehr zu beten, damit das Vertrauen auf Gott endlich wachse. Doch sie können beten, soviel sie wollen. Immer wieder erleben sie Situationen, in denen ihnen das Selbstvertrauen fehlt. So schrauben sie die Spirale von Gebet und Selbstvorwürfen immer enger und kommen doch keinen Schritt voran.

Das Vertrauen zu Gott lässt sich auch durch Beten nicht erzwingen. Wir können es lernen, indem wir uns das Vertrauen vor Augen halten, das Gott zu uns hat ..." 

(Grün Anselm, Selbstwert entwickeln -Ohnmacht meistern. Spirituelle Wege zum inneren Raum. Kreuz Vlg. Stuttgart 1995, 61-62)

Während Grün in der Folge auf "Vertrauensworte aus der Bibel" setzt, setzte ich in meinen Symballesthai (R)-BeHANDlungen nicht bloß auf verbal instruierte Imagination. Sondern frage, ob  das "vor Augen gehaltene" "Vertrauen ..., das Gott zu uns hat" wirklich leiblich-konkret erlebbar wird: schaue also z.B., wie sich in Palpation der Bereich um und zwischen die/den Augen anfühlt - also, ob jemand wirklich oder nur gespielt 'aus göttlichem Grund kommende (Götterfunken)'- Freude (von der in der Bibel ungemein häufig die Rede ist) empfinden kann (Bereits Guillaume-Benjamin Duchenne fand heraus, dass bei echter Freude nicht nur der Mund lächelt, sondern auch die Augenringmuskeln aktiviert werden. Letztere können nur schwerlich vom Willen kontrolliert werden, wodurch der Ausdruck rund um die Augen beim erzwungenen Lächeln fehlt -[s.Art. "Freude" in wikipedia]) . Und ein Zweites: der Begriff "Gott" sollte -wenn nicht diskutiert, sondern gebetet wird- u.a. durch "Ich bin, der ich bin" bzw. durch "Ich werde sein, der ich sein werde" ersetzt werden : so entsteht Selbstbewusstsein. Zu leiblich-wirklichem Selbstvertrauen wird dies in an 'Lunge' und 'Dickdarm' orientierter Symballesthai-Behandlung (siehe untenstehende Übersicht). 

Möglich wird dies u.a. durch eine am LUNGEN-MERIDIAN orientierte (sämtliche der üblichen Massage-Techniken miteinbeziehende) Massage-Behandlung: mit dieser techné wirds möglich nicht nur appelativ vorzugehen ("Atme richtig!"), sondern auch auf unbewusster Ebene zu helfen.

U.a. depressive Verstimmung korreliert häufig mit subjektiv empfundener Atemerschwernis ohne feststellbare organische oder funktionelle Normabweichung (nervöses Atmungssyndrom).

Positiv formuliert: Es braucht "ein wohl koordiniertes Zusammenspiel zwischen der zentralen Steuerung durch das Nervensystem (Atemantrieb), der Atemmuskulatur wie dem Zwerchfell (Atempumpe) und dem Blutkreislauf (Transport von Sauerstoff und Kohlendioxid zwischen Gewebe und Lunge)" (Borst Mathias. M., Anatomische und physiologische Grundlagen, 3, in: Göhring Hannelore, Atemtherapie - Therapie mit dem Atem Georg Thieme Verlag, Stuttgart-New York 2001, ISBN: 3-13-124261-2, 1-13)