"Wer sich ständig in einem Modus der Befürchtung befindet, der verschließt sich unweigerlich vor den Erfahrungsschätzen seiner Intuition. Denn er misstraut einer Wirklichkeit, die darauf wartet, dass er sich anvertraut. Das ist der werbende Charakter der Weisheit, durch die die wirklich schöpferischen Dinge geschehen"

(So der Geigenbaumeister Martin Schleske, Herztöne. Lauschen auf den Klang des Lebens, adeoVlg., 98)

 

A.2. DIE BEI  ÄNGSTLICHKEIT INDIZIERTE   SALUTOGENE POTENZ 

'OSSÄRE  ACHTSAMKEIT'

ENTSTEHT IN SAKRAL-EKSTASE

 

Besonders 'heimtückisch' erleben wir es, wenn uns ängstliche Unruhe z.B. im Urlaub 'überfällt': 'berechtigterweise' regen wir uns darüber auf - müssen aber zur Kenntnis nehmen, dass 'es dadurch noch schlimmer wird' ... 

 

  • ABER: WIE KÖNNEN WIR -OHNE UNS NOCH MEHR 'HINEINZUREITEN'!- AUS DIESER SYMPTOMATIK GENERALSIERTER ANGST (GAD) HERAUS-STEIGEN, ALSO EK-STASIEREN ?
  • UND: HEILSAM WÄRE EINE EKSTASE, IN/AUS DER  SALUTOGENE POTENZ ZUR BEWÄLTIGUNG DER ANGST-STÖRUNG ERWÄCHST ! 

Im Rahmen einer auf ängstliche Verspannungen bezogenen SYMBALLESTHAI-Behandlung

ist dies : 

OSSÄRE 

ACHTSAMKEIT

 WOBEI DIESE SALUTOGENE POTENZ ZU TEIL WIRD IN

SAKRAL-EKSTASE

 

Dies soll im Nachstehenden erläutert und (v.a. für Massage) konkretisiert werden durch Erörterung :

 

 

A. des mit "ACHTSAMKEIT" im Rahmen einer                                                                     SYMBALLESTHAI-Behandlung Gemeinten

 

Nicht nur

(eine Übersicht der vielfältigen Bedeutungen von 'Achtsamkeit' bietet

https://de.wikipedia.org/wiki/Achtsamkeit_(mindfulness) Abfr. 21.1.21)

der in der appellativen Verwendung (https://ethik-heute.org/ueber-uns/Achtsamkeit;Abfr.14.2.18)

und auch nicht nur der im Rahmen der Psychotherapie  genutzte

                                           ACHTSAMKEITS-BEGRIFF 

sondern wesentlich seine Wurzeln im Buddhismus sowie in christlicher Mystik geben den Rahmen ab für die in SYMBALLESTHAI-Heils-Massage gewinnbare Achtsamkeit.

 

 

Das heißt  das Verständnis von Achtsamkeit bestimmt zu sehen einerseits von

  •  Bishop et al. [Scott R. Bishop, Mark Lau u. a.: Mindfulness: A Proposed Operational Definition. In: Clinical Psychology: Science and Practice. 11 (3), 2004, S. 230–241, doi:10.1093/clipsy.bph077.] in deren für Mindfulness herausgestellten Beobachtung der
  • Self-Regulation of Attention: die Selbstregulation der Aufmerksamkeit (so dass diese auf das unmittelbare Erleben gerichtet bleibt, und eine zunehmende Wahrnehmung mentaler Vorgänge im gegenwärtigen Moment möglich wird),

    • die aus drei Subkomponenten besteht:
      • Sustained Attention (Aufmerksamkeitsaufrechterhaltung): möglichst konstante Wahrnehmung des gegenwärtigen Moments, um eine erhöhte Wahrnehmung geistiger Vorgänge, wie das Aufkommen von Gedanken, Gefühlen oder Sinneseindrücken, zu ermöglichen.
      • Attention Switching (Aufmerksamkeitswechsel): Wechsel der Aufmerksamkeit zurück zur gegenwärtigen Erfahrung, nachdem ein Gedanke, ein Gefühl oder Sinneseindruck im Bewusstsein aufgetaucht ist.
      • Inhibition of Elaborative Processing (Nicht-elaborative Wahrnehmung): Hemmung elaborativer, sekundärer Prozesse bezüglich aufkommenden Gedanken, Gefühlen und Sinneseindrücken, sowie der Identifikation mit dem momentan Erlebten.
  • sowie Orientation to Experience: eine Orientierung auf das gegenwärtige Erleben, welche durch Neugier, Offenheit und Akzeptanz gekennzeichnet ist. (zit. nach "Achtsamkeit" in wikipedia, Abfr. 21.1.2021)

Des Weiteren betonen sie, dass kein spezifischer Zustand, wie z. B. Entspannung oder eine Veränderung aufkommender Gefühle, angestrebt wird. Zustand und Inhalte des aktuellen Bewusstseins werden lediglich zur Kenntnis genommen.

 

In Spannung zu obiger These steht die Verwendung der Achtsamkeit im Rahmen eines auf Therapie der Psyche ausgerichteten Heilverfahrens. Das hat Konsequenzen für das mit Achtsamkeit Gemeinte: "Achtsamkeit kann als Erfahrungswissen verstanden werden, das im transpersonalen Kontext entstand und von dort aus in den psychotherapeutischen Kontext integriert wurde." (1)

Nach Michalak et al. "beschreibt Achtsamkeit eine Haltung, in der die Aufmerksamkeit konsequent auf die Erfahrung des Augenblicks gerichtet wird. Der gegenwärtige Moment wird mit einer nicht wertenden, bewussten Aufmerksamkeit in seiner Vollständigkeit betrachtet. Alle aufkommenden Gedanken, Gefühle und körperlichen Empfindungen werden akzeptiert und dann losgelassen (vgl. Michalak, J., Heidenreich, T., & Williams, J. M. G. (2012). Achtsamkeit. Göttingen: Hogrefe Verlag, S. 6). 

[die Frage ist allerdings, ob der oben zur Beschreibung von 'Achtsamkeit' verwendete Begriff der 'Aufmerksamkeit', der "die Zuweisung von (beschränkten) Bewusstseins­ressourcen auf Bewusstseinsinhalte" meint, geeignet ist, das oben für 'Achtsamkeit' als charakteristisch Genannte, nämlich: "Alle aufkommenden Gedanken, Gefühle und körperlichen Empfindungen werden akzeptiert" wiederzugeben. Denn: "Der Prozess der Aufmerksamkeitszuwendung ist ... gekennzeichnet durch Zuwendung (Orientierung) und Auswahl (Selektivität) der Gegenstände und der damit verbundenen Unaufmerksamkeit gegenüber anderen Gegenständen." (Art. "Aufmerksamkeit" in wikipedia, Abfr. 10.11.20) 

  

... mit deren Charakteristik der Achtsamkeit als 'Gegenwärtigkeit', die aber nicht ident ist mit der Fixierung auf das momentan Erlebte

 

 

Wenn man aber nun die oben m.E. fälschlich als 'Aufmerksamkeit' angeführten Dimensionen (Gegenwärtigkeit, Nicht-Wertung, Vollständigkeit, Akzeptanz und Loslassen) der "Achtsamkeit" erreichen will, braucht es Hinweise ...

  • ... dass im Buddhismus das "Ziel der Achtsamkeitspraxis  ... nicht hauptsächlich Entspannung, Wohlbefinden oder persönliche Zufriedenheit [ist], sondern die Entwicklung von Mitgefühl und die Überwindung des individuellen und gesellschaftlichen Leidens (vgl. Anderssen-Reuster, U. (Hrsg.). (2011). Achtsamkeit in Psychotherapie und Psychosomatik: Haltung und Methode. Stuttgart: Schattauer, S. 4 f.) Schmidt, Stefan. (2014). (Was ist Achtsamkeit? Herkunft, Praxis und Konzeption. SUCHT - Zeitschrift für Wissenschaft und Praxis / Journal of Addiction Research and Practice. 60. 13-19. 10.1024/0939-5911.a000287. Inhaltsübersicht) zeigt, dass im frühen Buddhismus, in dem die Achtsamkeit das erste Mal explizit auftaucht, die Motivation auf spirituelles Wachstum und Selbsttransformation gerichtet ist.

DIESE ORIENTIERUNG DER ACHTSAMKEIT  SCHEINT -EBEN INSOFERNE ALS ES BEI ACHTSAMKEITS-MASSAGE UM BEWÄLTIGUNG DES LEIDES DES ÄNGSTLICHEN ICH'S GEHT (Der Mensch leidet, weil er Dinge zu besitzen und zu behalten begehrt, die ihrer Natur nach vergänglich sind)  ALS WESENTLICH!

 

  • und andererseits von Steindl-Rast,

der hinweist ... auf 'RECHTE ACHTSAMKEIT', die - nach Steindl-Rast- getragen ist von  "einem Selbst im Bewusstsein, mit allen Menschen und einem größeren Ganzen verbunden zu sein." Und die sich unterscheidet von fixierender Fokussierung eines "Ich, das sich als Ego getrennt vom großen Ganzen erlebt" (Zitat s.o.: ethik-heute)

 

V.a. wenn man die unterschiedliche Verwendung von "Selbst" und "Ich" im obigen Zitat beachtet, wird klar, wie schwierig das Unterfangen ist, zu 'rechter Achtsamkeit' zu kommen.

Wie es dennoch gelingen kann, sei formuliert mit dem Hinweis auf 

 

 

B. EKSTASE

     B.1. ALS  AUSSTIEG

AUS ANGSTBESETZTER HOROLOGISCHER ZEIT- SOWIE DREIDIMENSIONALER RAUM-KATEGORIE

 

Wie sehr das Gelingen dieses Ausstiegs -so lächerlich es klingen mag- auch von der kleinen Zehe abhängt mag nebenstehendes Bild erläutern ! Als nach innen Verkrümmte trägt sie nicht genügend zum Absprung bei, ebenso wenig wie der oberhalb der Sehne liegende Knoten ...

 

 

Auf der Kleinen Zehe liegt Blase 67 (Äußerstes Yin) (1 mm proximal  und lateral vom äußeren Nagelwinkel der kleinen Zehe).

Dieser Punkt sollte  akupressiert werden, als ihm Ängstlichkeits-Ekstasierende Potenz insoferne zukommt als er "das Qi zum Nierenmeridian leitet, er ist die Wende zum Yin. Er bringt Energie in Unterbauch und Gebärmutter; man fühlt eine tiefe Entspannung und manchmal  angenehme Wellenbewegungen im Körper, die man mit dem Sanskritbegriff Kundalini umschreibt" und wird daher z.B. verwendet "bei unvorhergesehener Geburt, z.B. im Flugzeug ..."(Eckert, Tao der Akupressur und Akupunktur, 203).

 

NB: Damit dessen Akupressur gut gelingt ist es sinnvoll auch mittels Techniken aus Klassischer Massage die häufig verkrümmte Zehe "auszustrecken" ... Hilfreich ist auch Fußreflexzonenmassage, die im Kleinzehen- und dessen Mittelfußbereich-Bereich Bezug nimmt auf Ohr, Arm, Schulter und Achsellymphknoten ...

 

 

 B.2. ALS  EINSTIEG IN DIE EWIGKEIT:

'RECHTE ACHTSAMKEIT' ENTSTEHEN LASSENDES ZWISCHEN-SEIN  [INTER-ESSE], IN DER MITTE-SEIN 

So (siehe B.1.) durch Purificatio der Ängstlichkeit, in der sexuelle Energie ent-deckt wurde, vorbereitet, kann entstehen

 

    RECHTE ACHTSAMKEIT

wenn (als ein Kreuzungspunkt mit dem Blasenmeridian) akupressiert wird:

 

                              DU MÁI 20 (siehe dazu: Eckert, Tao der Akupressur und Akupunktur, 265)

(gelegen auf der Mittellinie des Kopfes, 5 cun hinter der Stirnhaargrenze in einer kleinen Vertiefung)

(dessen Bezeichnung als: "Hundertfacher Augenblick", "Hundertfaches Erfassen", "Hundertfaches Können" spricht bereits den Zusammenhang mit "Achtsamkeit" an)

" In der europäischen Literatur wird er meistens mit "Hundert Zusammenkünfte" übersetzt: Alle Kraftlinien des Organismus treffen in diesem Punkt zusammen - genauso wie die Kraftlinien des Magnetfeldes der Erde im magnetischen Nordpol zusammenkommen." 

 Bezüglich der für die Behandlung von übertriebener Ängstlichkeit hilfreichen "Achtsamkeit" sei erwähnt, dass diesem Punkt zukommt eine "ausgleichende Wirkung. Die Gedanken kommen zur Ruhe."

 

"MAN FÜHLT SICH ZENTRIERT. EINFACH DASEIN UND ATMEN, MAN FÜHLT EINE HINGABE AN DAS SEIN." 

.

RECHTE ACHTSAMKEIT IST ENTSTANDEN.

 

Insoferne als die Akupressur von Du Mái 20 "die Verbindung zum Himmel" unterstützt wird erkennbar wie sehr die von Bishop et al. benannten Dimensionen von Achtsamkeit/Mindfullness abhängig sind vom Getragensein vom Ewigen.

 

 

B.3. ALS RÜCKSTIEG IN DIE REALITÄT

 

Erinnert sei dass Yang-B67 die Wende zum Yin, näherhin zu NIERE 1 ist. Allerdings macht es -analog etwa zum 'Kurz-Schluss'- nicht Sinn B67 und N1 unmittelbar zu verbinden, sondern es ist ein Interstitium zu wahren ...

Deshalb braucht es das oben unter B.2. Gebrachte: V.a. dann -wenn über das bloße Interstitium hinausgehend- im Zwischenraum salutogene Potenz (rechte Achtsamkeit) entsteht. So bleibt es eben nicht bloß beim Retreat, sondern man kehrt salutogen ausgestattet in den Alltag zurück, wenn nun auch akupressiert wird

 

Niere 1 (Sprudelnde Quelle)

der "das Qi vom Kopf in die Beine bringt ... den Kontakt mit der sinnlich wahrnehmbaren Realität wieder her(stellt). Er erdet Menschen, die verwirrt, in Gedankengebäuden versponnen, abgehoben, verunsichert oder verängstigt sind "(Eckert, Tao der Akupressur und Akupunktur, 209)

Niere 1 wird auch verwendet bei Schock, der uns "bis in die Knochen fährt" - damit ist schon indiziert, dass Knochen und das Knochenmark, aber auch die Dichtheit der Haare und die Substanz der Zähne den Zustand unseres Nierenenergiesystems widerspiegeln .

Damit wird klar, dass -wenn im Rahmen von Symballesthai-Behandlung- von Achtsamkeit die Rede ist  - dass es sich dabei nicht bloß um eine psychische oder bloß um eine spirituelle Sache handelte. Bedenkt man auch z.B., dass Buddha seine Erleuchtung in einer bestimmten leiblichen Haltung erhielt, so sollte 'rechte Achtsamkeit' eben auch leiblich, näherhin (so meine nachfolgend begründete Hypothese): OSSÄR verstanden werden.

DIESE OSSÄRE (MIT DEM ZUSAMMENSPIEL DER OSTEOBLASTEN UND OSTEOKLASTEN IM KNOCHEN-GEWEBE, sodass unser Skelett etwa alle 7 Jahre erneuert wird, KORRELIERENDE) ACHTSAMKEIT ERMÖGLICHT UNS     - nach dem ossären Prinzip: 'form follows function'-

IN GEFÄHRLICHEN SITUATIONEN NICHT ZU ERSTARREN, SONDERN LEBENSERHALTEND REAGIEREN ZU KÖNNEN !


 

[1] Tammena, J. & Iwers-Stelljes, T., Achtsamkeit in der Beratung. Dimensionen von Achtsamkeit in den Beratungsansätzen: Gestaltberatung, Systemische Beratung und Introvisionsberatung.  Gruppendyn Organisationsberat (2014) 45: 217. https://doi-org.uaccess.univie.ac.at/10.1007/s11612-014-0241-7