Bei Massagen erzählen KlientInnen z.B.:

"Der Schreck fuhr mir in die Glieder ..."; " Mein Nacken versteifte sich ... "; "Als ich das hörte, verzog sich mein Gesicht ...";  "Vor Scham errötete ich ..." ; "Eine Laus ist mir über die Leber gelaufen ..." ; "Die Galle ging mir über ..." ; "Mein Herz schlug wie wild ..." ; "Mein Magen verkrampfte sich ..." ; "Meine Beine versagten mir den Dienst ..." ;  "die  Kehle schnürte es mir zu ..." etc.

Sollten solche Beschwerden und Nöte 'irgendeine' Relevanz  für den Ablauf der Massage haben?

Dies sei diskutiert anh. von

 SYMBALLESTHAI®-HYPOTHESE I :

 

 volle   gesundheit

(also DEr  - Lt. who-dEFINITION - zUSTAND DES VOLLKOMMENEN PHYSISCHEN, GEISTIGEN und sozialen wohlbefindens ) 

 wird möglich

durch LEIB-WERDUNG

 

 

daher : 

ganzheitlichES leiB-sein ermöglichende  

gesundheits-mASSAGE

DER zUKUNFT 

SOLLTe beitragen 

DIE zERFALLENHEIT DES mENSCHEN 

IN kÖRPER UND gEIST zu HEILEN

 

dENN: WENN WIR LEIBLICH LEBEN ...

... sind Körper als auch Geist, oRGANE als auch Hirn, teile eines Lebendigen ganzen

...weisen unsere Organe wie auch unser Gehirn sowohl physiologische als auch seelische Dimensionen auf  

 

 

In obiger These wird der Begriff "Leib" verwendet !

Ist "Leib" dasselbe wie "Körper"?

Unterscheiden wir - auch in unserer Alltagssprache- zwischen "Leib" und "Körper" ?

Sie kochte ihm sein ... Gericht; Sie riss sich die Kleider vom  ...; Das Baby war noch im Mutter...; XY war der ...arzt von M.-Th. 

'Passt es' , wenn wir -statt mit "Leib" zu ergänzen- das Wort "Körper" verwenden ?

So ergibt sich:

"Die Ausdrücke 'Leib' und 'Körper' bilden ein sprachliches Kapital, das man nicht einfach verschleudern sollte, indem man vom 'Körper' spricht', wenn man den 'Leib' meint." [10]  

Dazu ein Beispiel aus einer Besprechung von Schiele's Selbstdarstellung "Sitzender Männerakt" (1910):

"Der Körper wird in seinen Bildern zur abgründigen Spiegelfläche der Seele, er wird zum Ort des Stigmas, dem Schmerz geweiht. Dadurch, dass es der eigene Körper ist, macht Egon Schiele auch Sexualität zur klaffenden Wunde, zur existenzialistischen Leerstelle einer gerade anbrechenden, alles zerbrechenden Epoche."[6]

Andererseits: In eben dieser Selbstdarstellung "Sitzender Männerakt" (1910) [7] wird sein Genital und sein Nabel in einem Kreis verbunden ... WÄRE es -in diesem Kontext- nicht besser von "LEIBLICHKEIT" zu sprechen ?

 

 

Wann sprechen wir vom 'Körper' und wann vom 'Leib' ?

Die "Rede vom 'Körper' (ist) im Deutschen wie in den anderen Sprachen zweideutig, während wir den 'Leib' im allgemeinen nur dem Lebendigen zusprechen. " (24)

 

"Der Körper ist das, was objektiv erfasst und gemessen werden kann,

während der Leib (als subjektiv gespürter Leib) derartigen Objektivierungsverfahren nicht zugänglich ist." (24) 

 

 

 

WAS (eigentlich: WER) IST MIT "LEIB"[1] GEMEINT?

 Vorbemerkung: 

Rein sprachlogisch argumentierend zeigt sich als Unsinn, wenn -was leider weit verbreitet ist- gälte:

"Mit der Rede vom Leib im Unterschied zum Körper können entweder eine besondere Steigerung des Körperlichen im metaphysischen Sinne (Theologie) oder Aspekte wie eine Selbstreferenz des Körpers auf den Körper gemeint sein (Philosophie)." (24)

 

 

  • Religionswissenschaftlich orientierte Annäherungen (25) 

könnten aber Anleihen nehmen von dem im Tanach vorkommenden hebräischen Ausdruck „nefeš“: dem Wort für "Kehle", ...

 

... das vielfach mit „Seele“ übersetzt wurde. Aber damit geht der leibliche Bezug verloren wie ihn Schwab (Johann, Der Begriff der nefeš in den heiligen Schriften des alten Testaments. Borna-Leipzig: Noske, 1913) herausgearbeitet hat:

"At the conclusion of his first chapter the author practically agrees with Briggs, that nefeš was the "seat of the emotions and passions." And the second, which discusses the animal life-principle in the word, finds that the Old Testament writers know no higher spiritual activities of nefeš:. When death comes this lifeprinciple leaves the body; whether it goes to Sheol or ceases to exist is not solvable." (Rez. in: The Journal of Religion, Volume 19, Number 3, Jul. 1915; 481-482)

Dieser Leib-Bezug ist aber -worauf Peter Hausberger im Kontext von Halleluja-Jodeln hingewiesen hat[13]- wesentlich für das Verständnis von „nefeš

 

... die bekanntlich insoferne mit dem leiblichen Leben zu tun hat  als wir mit der Kehle/Gurgel in uns Luft, Wasser, Nahrung aufnehmen und andererseits aus uns heraus Luft, Töne, Sprache, Gesang kommen. 

 

So wird verständlich, dass 

der hebräische Begriff „nefeš“,

der sowohl Kehle, Gurgel als auch den lebensbejahenden Menschen

mit Atmung, Sprache, Gesang etc. meint, ganzheitlich leiblich orientiert ist.

 

Somit kennzeichnet „nefeš“, das auch an der Stelle des Personalpronomens stehen kann, "den Menschen, soweit er auf etwas ist" (14)

 

P.S.: Vielleicht kommt „nefeš“ zum Ausdruck im: "Es atmet mich ..."

 

 

 

  • Philosophische Annäherungen ...

 

zu einem Verständnis des Leibs zu kommen gestaltet sich als schwierig, weil wir noch immer im Bann des u.a. von René Descartes konstituierten Dualismus der Trennung von Körper und Geist stehen. Cartesius hat dies im Rahmen der Verheerungen des 30-jährigen Kriegs formuliert ...

Aber vielleicht ist es auch heute noch so:

Wenn wir im Krieg der wechselseitigen Konkurrenz, der Verteilungs-Kämpfe etc. stehen, ist es naheliegend, dass wir uns zerlegen / zerlegt werden in Körper und Geist ...

 

Aber wenn wir von solchen  (hoffentlich nicht immer bestehenden) Gefahren/Krisen-Situationen absehen ...

 

"In der deutschen Philosophie hat der Leib eine beachtliche Tradition. Das Wort 'Leib' gewinnt einen eigenen Klang spätestens bei Feuerbach, der in seiner Auseinandersetzung mit Hegel den Sinnen ein besonderes Gewicht beimisst. Der Leib wird dann zum ausdrücklichen Thema bei Schopenhauer und Nietzsche, bei Husserl, Scheler und Plessner, also in der Phänomenologie und darüber hinaus." [11]

 

(Für die Phänomenologie des Leibes ist auf umfangreiche Literatur zu verweisen [23])

 

... werden dann nicht doch für eine Leib - Massage nach SYMBALLESTHAI-Prinzip Ansätze erkennbar in

 

  • Edmund Husserl's Verständnis des Leibs als "Nullpunkt", als "merkwürdig unvollkommen konstituiertes Ding", das nur aus der Ersten-Personen-Perspektive erfahren werden kann, sich zugleich aber einer vollständigen Erfassung entzieht.

Allerdings meinten schon 1991 Guttmann Giselher und Bestenreiner Friedrich : "Sollte es am Ende keineswegs außer Streit stehen, dass unser Ich-Erleben als unverrückbare und unbezweifelbare Erkenntnisbasis anzusehen ist, auf der wir alle weiteren psychologischen oder philosophischen Überlegungen aufbauen können ?!" (9)

 

  • Hermann Schmitz' (2) Leib-Verständnis

„Wenn ich vom Leib spreche, denke ich nicht an den menschlichen oder tierischen Körper, den man besichtigen oder betasten kann, sondern an das, was man in dessen Gegend von sich spürt, ohne über ein 'Sinnesorgan' wie Auge oder Hand zu verfügen." [3]

"Die ganze Skala spürbarer Zustände, die in der Dimension von Enge und Weite angesiedelt sind, aber weder gesehen noch getastet und übrigens auch mit den anderen üblicherweise aufgezählten Sinnen (Hören, Riechen, Schmecken) nicht wahrgenommen werden können, bezeichne ich als den Bereich der leiblichen Regungen.

Was gehört dazu?

An erster Stelle handelt es sich um die leiblichen Regungen im nächstliegenden Sinn, die bloßen leiblichen Regungen wie Schreck, Schmerz, Angst, Hunger, Durst, Jucken, Kitzel, Ekel, Behagen, Wollust, Müdigkeit, Frische, Mattigkeit und viele andere.

An zweiter Stelle stehen alle leiblichen Regungen der Ergriffenheit von Gefühlen, z. B. Frohsein, Traurigsein, Zürnen, Sichärgern, Sichschämen, Lieben, Hassen, Entzücktsein, Bestürztsein, Fürchten, Bangigkeit, Sehnsucht usw. Gefühle werden zu eigenen, nicht nur als Atmosphären wahrgenommenen Gefühlen des Menschen nur durch sein ihm leiblich spürbares affektives Betroffensein, das ich „Ergriffenheit“ nenne, weil der Betroffene, damit sein Fühlen des Gefühls echt ist, erst einmal ein Stück weit mit dessen Impuls mitgegangen sein muss, ehe er sich in Preisgabe oder Widerstand damit auseinandersetzen kann.

An dritter Stelle sind leibliche Regungen die spürbaren (nicht sinnlich wahrnehmbaren) Bewegungen, wie Zittern, Zucken, Kauen, Schlucken, Einatmen, Ausatmen, Gehen, Greifen, Tanzen, Sprechen, Schreiben usw., sofern von der Bewegung sichtbarer und tastbarer Körperteile abgesehen wird.

Viertens gehören zu den leiblichen Regungen spürbare Richtungen wie der Blick, den man auf etwas wirft oder schweifen lässt. Der Blick teilt mit den übrigen leiblichen Regungen, z. B. dem Kopf- oder Bauchschmerz, das Merkmal räumlicher Ausdehnung, das sich mit einer Versetzung leiblicher Regungen (z. B. als Empfindungen) in eine Seele – ganz gleich, was man von dieser hält – nicht verträgt; freilich ist es eine eigentümliche, von der körperlichen Ausdehnung der Art nach abweichende Ausdehnung, wie gleich zu zeigen sein wird.

Um eine zusammenfassende Formulierung zu geben, pflege ich zu sagen: Leiblich ist, was jemand in der Gegend (keineswegs, wie z. B. am Blick deutlich wird, immer in den Grenzen) seines materiellen Körpers von sich selber (als zu sich selber, der hier und jetzt ist, gehörig) spüren kann, ohne sich der fünf Sinne (Sehen, Tasten, Hören, Riechen, Schmecken) und des aus ihrem Zeugnis abgeleiteten perzeptiven Körperschemas (der habituellen Vorstellung vom eigenen Körper) zu bedienen.

Als Leib kann dann das Ganze der leiblichen Regungen ... verstanden werden; ... . "[8]

 

"Als Körper hingegen zeigt sich der Leib primär in den Störungen des gewohnten Lebensvollzugs, etwa bei einer Ungeschicklichkeit oder einem plötzlichen Sturz, bei einem schmerzhaft-überlauten Geräusch oder einer Verletzung, in Zuständen der Erschöpfung, des Missbefindens oder der Krankheit. Es sind solche Erfahrungen, in denen sich der Leib uns gewissermaßen entfremdet, nicht zuletzt aber die Erfahrung des toten Körpers, die seine medizinische Erforschung motiviert haben, und die schließlich aller naturwissenschaftlichen Vergegenständlichung des Leibes zugrundeliegen. Körper ist der Mensch damit als Gesamtheit materiell-anatomischer Strukturen und anatomischer Prozesse, die sich insbesondere aus der medizinischen Fremdperspektive objektivieren lassen." [18]

 

 

 

KONSEQUENZEN AUS OBIGEN RELIGIONSWISSENSCHAFTLICHEN UND PHILOSOPHISCHEN BEZUGNAHMEN FÜR 

"LEIB-MASSAGE":

 

 

"Schau auf dich / schau auf mich !" gilt wohl nicht nur in Corona-Zeiten -

allerdings scheint der Slogan unwirksam zu sein, wenn er auf Geist-Körper-dichotome Menschen trifft ...

 

Unter Hinweis, dass es

für Leib-Menschen (und hoffentlich ist dies der Masseur) nicht nur auf "Sehen", sondern wesentlich auf "Schauen" ankommt; nicht nur auf "Hören", sondern auf (empathisches) Horchen"; nicht nur auf "Riechen", sondern auch auf "selektionierendes Orientieren/im Sinne von 'der Nase nach', aber auch 'Niesen' inkludierend, jedenfalls auch die emotionale Seite der olfaktorischen Wahrnehmenung betreffend [22]); nicht nur auf's "Schmecken", sondern auf "selektionierendes gustatorisches Wahrnehmen" ? [21]

ergibt sich als

Grundzug Palpativer Leib-Diagnostik

ein sich im "dritten Leib" (Schellenbaum) ereignendes,

Masseur und Klient im Inter-esse zusammenführendes 

DAS SELBST ERLEBEN-LASSENDES SCHAUEN,

OB BZW. WIE

 

o  ihrer Harn-Blase Anspannung widerspiegelt wie ohnmächtig sie gegenüber Eigen-Überforderung geworden sind ...

o  ihrer Nieren Differenzierungs-Fähigkeit genauso wie ihr Selbst in   Reiz-Überflutung unterzugehen droht ...

o  ihr Perikard den Herzschutz in so ferne übertreibt als damit die  Freiheit des Lebendigen unterdrückt wird ...

o  ihres Dreifachen Erwärmers Fähigkeit: -Atmung/Herzschlag/Verdauung und Sexualität zu koordinieren- durch mentale Fixierungen unterlaufen wird und  Sie daher  -In Sich Zerfallen-  nicht entschieden genug auf ihr gewünschtes Ziel zugehen ...

o  in ihrer Lunge Ein- und Ausatmung ineinander übergehen und damit ihr Leben ohne Höhe- bzw. Tiefpunkte   eintönig dahinläuft ...

o  Sie - auch wenn ihnen die Gallenblase ‚übergeht‘-  Sie ihren Ärger hinunterschlucken und er in ihnen sitzen bleibt ...

o  Sie ihr Leber-Labor -weil sie meinen (Alkohol, Medikamenten, … )-Abusus oder Workalcolism löse ihre Probleme- für ihren Lebens-Entwurf nicht nur nicht nützen, sondern  Überfordern

o  ihres Dickdarm-Tätigkeit nicht so richtig ‚läuft‘  -Sie also unter körperlich/geistiger Verstopfung oder ‚psychsomatischem‘ Durchfall leiden-  sollten sie fähig werden zu unterscheiden zwischen wegzugebendem Unbrauchbaren und dem noch zu

    Nutzenden ... 

o  Sie ihrem  Magen und Zwölffingerdarm geistig und körperlich Wertloses zu verdauen geben und damit sinnlose Scheinaktivität entsteht ...

o ihrem Milz-Pankreas-System -in Überbetonung von geistig/körperlichen Problematiken und Defizienzen- der 'Schlüssel' zur Genussfähigkeit verloren gegangen ist ...

o  ihr Herzschlag wegen eines -dem ich sich verpflichtet sehenden- Erfolgs-Drucks- tachykardisch geworden ist ...

o  ihres Dünndarms Unterscheidungs-Fähigkeit zwischen nahrhaft Aufbauendem und Wertlosem und -damit korrelierend- ihre personale Differenzierungs-Kompetenz‚ 'vor lauter Eigen-Sympathie'  idiopathisch  geworden ist ...

 

  

 [1] als Einstieg siehe Art. "Leib", in wikipedia, Abfr. 16.12.17 ; Schmitz Hermann, Mein System der Philosophie. Absicht - Methode - Grundgedanke. 1977; Schmitz Hermann, Der unerschöpfliche Gegenstand, Bonn 1990, 115.

Waldenfels Bernhard, Das leibliche Selbst. Vorlesungen zur Phänomenologie des Leibes, hrsg. v. Regula Giuliani, Suhrkamp 6.Aufl. 2016, spricht vom "Rätsel des Leibes" (14-44), der weder den Dingen noch dem Geist zugeordnet werden kann.

[2] Schmitz Hermann, Mein System der Philosophie. Absicht - Methode - Grundgedanke. 1977

[3] Schmitz Hermann, Der unerschöpfliche Gegenstand, Bonn 1990, 115.

[4] Schmitz Hermann, Der Leib, der Raum und die Gefühle, Edition Sirius, Bielefeld und Locarno 2007, 16 f. (http://www.edition-sirius.de/leseproben/9783895286100.pdf)

[5] Schmitz Hermann, Leib und Gefühl. Materialien zu einer philosophischen Therapeutik, Bielefeld und Locarno 2008, 16

[6] Judith Belfkih, Das nackte Narrativ. Egon Schieles archetypische Tat für die Moderne: der gnadenlose, nackte und kalkulierende Blick auf sich selbst, in: Wiener Zeitung 3./4.Nov. 2018, 27

[7] Leopold Museum, Wien, Inv. 465

[8] Schmitz Hermann, Der Leib, De Gruyter 2011, 4-5

[9] Guttmann Giselher und Friedrich Bestenreiner, Ich sehe, denke, träume, sterbe. Das Hier- und Jetztsein, das Sosein und Nichtsein des Menschen im Spiegel der Forschung. Ehrenwirth, München 1991, 295-296

[10]  "Vor allem in der Phänomenologie (etwa bei Husserl) wird ein Unterschied gemacht zwischen dem 'fungierenden Leib', der unser Leib ist, den wir erleben, den wir sprüren, mit dem wir uns bewegen, und dem Körper, der auch ein bloßer Flugkörper sein kann und entsprechend als 'Körperding' bezeichnet werden wird." (15)

[11] Waldenfels Bernhard, Das leibliche Selbst. Vorlesungen zur Phänomenologie des Leibes, hrsg. v. Regula Giuliani, Suhrkamp 6.Aufl. 2016, 15.

[12] Mit der Betonung des Leib-Begriffs hoffe ich eine verbreitete Haltung alterieren zu können, "die den Körper als Material der Selbstgestaltung versteht, als plastischen Werkstoff des ... Präsentationswillens. Sie ist darum keinesfalls der Ausdruck eines ganzheitlichen Lebensgefühls, sondern eher Ausdruck einer Haltung, in der Menschen ihren Körper als Objekt der Selbstgestaltung begreifen. Obwohl alles auf die möglichst perfekte Selbstpräsentation hinzielt, liegt dieser Haltung eine dualistische Konzeption des Verhältnisses von Selbst und Körper zu Grunde, insofern der Körper als Material der Selbstgestaltung begriffen wird. Problematisch wird diese Haltung dann, wenn die Selbstbezogenheit der Außenpräsentation auch das Maß des inneren Selbstverständnisses wird. Erfolg oder Misserfolg des Selbstausdrucks werden dann zum Maßstab des Selbstgefühls.

...

Der wichtigste Einspruch macht geltend, dass der Mensch einen Körper hat, aber Leib ist" (Schwöbel Christoph, Einleitung: Dimensionen der Leiblichkeit, VII-XIV, in: Dimensionen der Leiblichkeit. Theologische Zugänge, Neukirchener Verlagsgesellschaft 2015, hrsg. Bernd Janowski/ Schwöbel Christoph, VIII-IX)

[13] in: ORF-Morgengedanken 28.5.2017

[14] Schmidt, W.H., Anthropologische Begriffe im Alten Testament (1964), 90 vgl. 84, in: ders., Vielfalt und Einheit alttestamentlichen Glaubens 2, Neukirchen-Vluyn 1995, 77-91

[15] Merleau-Ponty, M., Phänomenolgie der Wahrnehmung, De Gruyter, Berlin 1966, 71

[16] Fuchs Thomas, Das Gehirn - ein Beziehungsorgan. Eine phänomenologisch-ökologische Konzeption, 2.Aufl., Kohlhammer/ Stuttgart 2009, ISBN 978-3-17-021004-2, 99

[17] Die Implikationen dieser These bzgl. "Digitalisierung" ? Endlich ernstzunehmen, dass "Digiti" Finger heißt und dass "Digiti"/Finger nur dann leiblich erlebbar sind, wenn sie nicht auf die Tasten einer Tastatur 'hauen', sondern sich selbst und den Anderen spürend berühren. Facebook hat das ein wenig kapiert - aber eben nur ein wenig (weil nur ein Bild), und außerdem nur kapiert (weil nur Kopfsache) ... Aber vielleicht kann sich facebook von Symballesthai (R)-Berührungs-Massage was abschauen ...

[18] Fuchs Thomas, Das Gehirn - ein Beziehungsorgan. Eine phänomenologisch-ökologische Konzeption, 2.Aufl., Kohlhammer/ Stuttgart 2009, ISBN 978-3-17-021004-2, 99-100. Zur ausführlichen Darstellung der Dialektik von Leib und Körper siehe auch Fuchs Thomas,   Leib, Raum, Person. Entwurf einer phänomenologischen Anthropologie, Klett-Cotta, Stuttgart 2000, 122-150

[19] Husserl E., Ideen zu einer reinen Phänomenologie und phänomenologischen  Philosophie II. Husserliana Bd. 4, Nijhoff, Den Haag 1952, 63

[20] Fuchs Thomas, Das Gehirn - ein Beziehungsorgan. Eine phänomenologisch-ökologische Konzeption, 2.Aufl., Kohlhammer/ Stuttgart 2009, ISBN 978-3-17-021004-2, 100. 

[21] Und: heißt das - mit Blick auf "Ganzheitlichkeit"- dass diese "Sinne" nicht als getrennt voneinander verstanden werden sollen (und -wie jüngere Forschungsergebnisse zeigen-  auch gar nicht so verstanden werden müssen), sondern gerade im Kontext unserer Leiblichkeit als "Zusammenspieler"?

[22] "Die folgenden Verbindungen stehen vor allem für die emotionale Komponente der Geruchswahrnehmung: Vom Bulbus olfactorius über die Stria lateralis kommt es zu einer Verbindung mit der Amygdala, dem lateralen Hypothalamus, anschließend dem basalen Vorderhirn und dem orbitofrontalen Cortex. Ebenso gibt es Projektionen über die Stria medialis zum Tuberculum olfactorium und weiter zum Septum. Dieser Schaltkreis ist vor allem für die Vermittlung des Gefühls zuständig, das wir empfinden, wenn wir einen Duft riechen. Besonders die Amygdala ist an der Vermittlung von Gefühlen beteiligt, das basale Vorderhirn und der orbitofrontale Cortex spielen bei motivationalen Funktionen eine Rolle. Informationen, welche mit Emotionen verknüpft sind, lassen sich besser lernen, da sie nicht nur explizit im semantischen Gedächtnis zu speichern sind, sondern mit dem emotionalen Hintergrund auch implizit über das episodische Gedächtnis abgelegt werden." (https://de.wikipedia.org/wiki/Olfaktorische_Wahrnehmung; Abfr. 7.3.18)

[23] zu nennen sind in erster Linie Husserl Edmund, Ideen zu einer reinen Phänomenologie und phänomenologischen Philosophie II. Husserliana Bd.4 Nijhoff, Den Haag 1952; Merleau-Ponty M., Phänomenologie der Wahrnehmung, De Gruyter Berlin 1966; Meyer-Drawe K., Leiblichkeit und Sozialität, Fink , München 1984; Waldenfels B., Das leibliche Selbst. Vorlesungen zur Phänomenologie des Leibes Suhrkamp, Frankfurt/Main  2000; Fuchs T., Leib, Raum, Person. Entwurf einer phänomenolgischen Anthropologie, Klett-Cotta, Stuttgart 2000; Böhme G., Leibsein als Aufgabe. Leibphilosophie inpragmatischer Hinsicht, Die Graue Editioon, Kusterdingen 2004

[24] siehe Art. "Leib", in wikipedia, Abfr. 16.12.17

[25] Janowski Bernd/Schwöbel Christoph (Hg.), Dimensionen der Leiblichkeit. Theologische Zugänge, Neukirchener Verlagsgesellschaft 2015